Adidas Aktie: Gulden reinvestiert Gewinnplus

Höhere Quartalsgewinne und eine angehobene Prognose treffen auf geplante Ausgaben für effizientere Strukturen im Schlussquartal.

Die Kernpunkte:
  • Operatives Ergebnis steigt auf 1,01 Milliarden Euro
  • Adidas erhöht Ergebnisziel für 2026
  • Rund 100 Millionen Euro sollen in Strukturen fließen
  • Konkrete Verteilung der Mittel bleibt offen

Adidas verdient mehr, hebt die Prognose an und gibt gleich einen Teil des Rückenwinds wieder aus. Der Sportartikelhersteller will rund 100 Millionen Euro aus dem starken dritten Quartal im Schlussquartal in effizientere Strukturen stecken. Die Aktie legte am Donnerstag zeitweise knapp vier Prozent auf rund 164 Euro zu.

Starkes Quartal, höhere Ziele

Das operative Ergebnis stieg im dritten Quartal auf 1,01 Milliarden Euro, nach 736 Millionen Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte auf 706 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 7 Prozent. Das Direktgeschäft mit Endkunden legte um 17 Prozent zu.

Für 2026 peilt der Konzern nun ein operatives Ergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro an, zuvor waren es rund 2,3 Milliarden. Beim währungsbereinigten Umsatz erwartet Adidas ein Plus von 9 bis 10 Prozent.

Marktbeobachter sehen den Konzern im direkten Vergleich mit dem angeschlagenen US-Rivalen Nike weiter auf der Überholspur. Die Zahlen fielen zudem besser aus als erwartet.

Wohin fließen die 100 Millionen?

Spannend ist der Blick auf das Schlussquartal. Adidas will rund 100 Millionen Euro in Initiativen lenken, die künftig einen höheren operativen Leverage ermöglichen sollen. Sie passen laut Unternehmen zu den bereits kommunizierten mittelfristigen Profitabilitätszielen.

Konzernchef Björn Gulden nannte in der Telefonkonferenz mögliche Verwendungen: Abschreibungen auf Läden mit schwächerer Entwicklung, veraltete IT, die durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden soll, sowie Personalstrukturen, um das weltweite Geschäft zu vereinfachen. Die Pläne seien aber noch nicht konkret, Details könne er derzeit nicht nennen.

Ein großangelegtes Jobabbauprogramm gebe es nicht, betonte Gulden erneut. Gleichwohl müsse Adidas Komplexität abbauen und die Infrastruktur verbessern. Die Kosten dafür dürften das Ergebnis im vierten Quartal belasten, die angehobene Jahresprognose enthält sie bereits.

Konkreter wird es mit den Zahlen zum Gesamtjahr 2026. Wie die 100 Millionen Euro am Ende verteilt werden, dürfte sich dann in der Bilanz ablesen lassen.

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