Adidas Aktie: Hebewirkung verloren?
Trotz Rekordgewinn im Vorjahr stürzt die Aktie nach enttäuschender Gewinnprognose für 2026 ab. Zölle und Währungseffekte belasten die Marge, das Management reagiert mit Dividenden- und Rückkaufprogramm.

- Rekordgewinn reicht nicht für Anlegerzufriedenheit
- Prognose für 2026 verfehlt Analystenerwartungen deutlich
- US-Zölle und schwacher Dollar drücken operative Marge
- Management verlängert CEO-Vertrag und erhöht Dividende
Der Sportartikelhersteller lieferte für das abgelaufene Jahr historische Bestmarken ab. Ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 13 Prozent und ein um 75 Prozent gestiegener Nettogewinn reichten jedoch nicht aus, um die Anleger zu beruhigen. Stattdessen schickte eine enttäuschende Prognose für 2026 das Papier auf eine rasante Talfahrt, die den Marktwert des Unternehmens massiv drückt.
Zölle und Währungseffekte belasten
Verantwortlich für den Verkaufsdruck ist der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Das Management rechnet für 2026 lediglich mit einem operativen Gewinn von rund 2,3 Milliarden Euro. Damit verfehlte die Guidance den Analystenkonsens um 15 Prozent. Ein negativer Effekt von 400 Millionen Euro durch US-Importzölle und unvorteilhafte Wechselkurse frisst einen erheblichen Teil der Marge auf. Da der Konzern einen Großteil seiner Ware in Asien fertigen lässt und in westliche Märkte importiert, treffen diese geopolitischen Faktoren das Geschäftsmodell an einer empfindlichen Stelle.
Die implizierte operative Marge von 8,5 bis 8,8 Prozent bleibt infolgedessen unter dem selbst gesetzten Zielkorridor von zehn Prozent. Besonders im wichtigen nordamerikanischen Markt hinterlässt der schwache Dollar bereits Bremsspuren in der Bilanz.
Charttechnik signalisiert Gefahr
Die Skepsis der Marktteilnehmer lässt sich direkt am Kursverlauf ablesen. Nach einem anfänglichen Einbruch Anfang März hat das Papier weiter an Boden verloren und markierte bei 137,85 Euro exakt das aktuelle 52-Wochen-Tief. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie ist mittlerweile auf über 19 Prozent angewachsen, was den intakten Abwärtstrend unterstreicht. Charttechniker blicken nun gebannt auf die Unterstützungszone zwischen 135 und 137 Euro. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke könnte weitere Stop-Loss-Orders auslösen.
Vertrauensoffensive des Managements
Um den Abwärtssog zu stoppen, sendet die Führungsetage Signale der Stabilität. Der Vertrag von CEO Bjørn Gulden wurde vorzeitig bis 2030 verlängert, was als klares Vertrauensvotum des Aufsichtsrats in die laufende Turnaround-Strategie gewertet wird. Flankierend dazu kündigte der Konzern eine um 40 Prozent höhere Dividende von 2,80 Euro je Anteilsschein sowie ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu eine Milliarde Euro an.
Die nächste Bewährungsprobe für diese Strategie steht bereits im Kalender: Am 29. April präsentiert der Konzern die Ergebnisse für das erste Quartal. Im Fokus der Investoren werden dann neben den konkreten Auswirkungen der Zollbelastungen vor allem die Entwicklung der Bruttomarge und das von Überkapazitäten geprägte China-Geschäft stehen.
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