Adidas Aktie: Marktanteil springt auf 19,2 Prozent

Adidas dominiert das WM-Finale mit beiden Teams, während Nike zuschaut. Der Sportartikelriese verzeichnet steigende Marktanteile und solide Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Beide WM-Finalisten tragen Adidas-Trikots
  • Adidas-Marktanteil steigt auf 19,2 Prozent
  • Nike-Aktie verliert seit Jahresbeginn 33 Prozent
  • Adidas erwartet 1,5 Milliarden Euro WM-Umsatz

Am Sonntagabend steigt im MetLife Stadium das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Argentinien und Spanien – und für Adidas ist der Ausgang bereits jetzt sportlich wie kommerziell entschieden. Beide Endspielteilnehmer laufen in Trikots des Herzogenauracher Konzerns auf, während der Erzrivale Nike mit keinem einzigen Team im Finale vertreten ist. Von 14 durch Adidas ausgestatteten Nationalmannschaften schafften es zwei bis ins Endspiel, Nike ging mit zwölf gesponserten Teams ins Turnier und musste bereits vor dem Finale den Ausfall seiner prominenten Kandidaten England und Frankreich hinnehmen.

Der sportliche Erfolg spiegelt sich in Marktanteilszahlen wider: Laut Daten des Marktforschers M Science kletterte der Schuh-Marktanteil von Adidas im Juni von 16 auf 19,2 Prozent. Parallel dazu verlor die Nike-Aktie seit Jahresbeginn rund 33 Prozent an Wert. Ein Adidas-Analyst bezeichnete das Unternehmen bereits als klaren Turniergewinner. Nike selbst betonte über einen Sprecher, die eigene Strategie hänge nicht von einem einzelnen Spiel ab.

Gulden zieht WM-Bilanz, Mexiko verkauft am besten

Adidas-Vorstandschef Bjørn Gulden sprach von einem stolzen Moment für das Unternehmen und verzichtete zugleich auf eine konkrete Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Aus dem Turnier selbst erwartet der Konzern nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro – viermal so viele Trikots und doppelt so viele Bälle wie bei der vorangegangenen Weltmeisterschaft sollen verkauft worden sein. Meistverkauftes Trikot unter den 14 Adidas-Teams war überraschend nicht Argentinien oder Spanien, sondern Co-Gastgeber Mexiko, auch wenn die beiden Finalisten zuletzt aufholten. Die frühzeitig ausgeschiedene deutsche Nationalmannschaft blieb dagegen bei den Verkaufszahlen blass – der DFB wechselt ab 2027 ohnehin zu Nike als Ausrüster.

Operatives Geschäft und Bewertung im Blick

Abseits des Turniers lieferte Adidas zuletzt auch operativ solide Zahlen. Im ersten Quartal 2026 stieg der währungsbereinigte Nettoumsatz um 14 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, das Direktgeschäft mit Endkunden (DTC) legte sogar um 22 Prozent zu. Die Fußballsparte entwickelte sich dabei besonders stark, und die Bruttomargen verbesserten sich trotz Zoll- und Währungsbelastungen. Zusätzlich vergab der Konzern sein globales Media-Mandat im Volumen von 512 Millionen Dollar an Omnicom Media Group und trennte sich damit von WPP-Tochter EssenceMediacom, die den Etat seit 2018 betreut hatte.

Eine aktuelle Bewertungsanalyse der Plattform Simply Wall St sieht die Aktie derzeit rund 13 Prozent unter ihrem fairen Wert von 207,59 Euro, gestützt auch durch neue Vertriebsvereinbarungen in den USA. Als Risiken nennt die Analyse anhaltenden Zollgegenwind und den Wettbewerbsdruck in Nordamerika. Über 90 Tage habe die Aktie um 23,7 Prozent zugelegt, über ein Jahr liege die Gesamtrendite dennoch im negativen Bereich.

Am Kapitalmarkt zeigt sich das Bild gemischt: Am Freitag schloss die Adidas-Aktie bei 180,55 Euro und gab damit um 0,66 Prozent nach. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 4,79 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 206,50 Euro, erreicht im Juli vergangenen Jahres, fehlen der Aktie derzeit 12,57 Prozent. Der WM-Erfolg gegen Nike liefert damit zwar positive Schlagzeilen, muss sich für die Anleger aber erst in harten Zahlen niederschlagen – ein Signal dafür könnte der Umgang des Konzerns mit den anhaltenden Zollbelastungen aus den USA liefern, die schon 2025 mit rund 200 Millionen Euro zu Buche schlugen.

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