Adidas Aktie: RBC und Barclays halten Kaufempfehlungen

Adidas verliert 4,6 Prozent in einer Woche, während RBC und Barclays trotz Werbekontroverse und schwachem Marktumfeld optimistisch bleiben.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt auf 142,10 Euro
  • RSI signalisiert technisch überverkaufte Lage
  • RBC bestätigt 200-Euro-Kursziel
  • Barclays startet Bewertung mit 210 Euro

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas blickt auf eine turbulente Handelswoche zurück, in der fundamentale Analystenzuversicht auf operative Herausforderungen und eine eingetrübte Kursentwicklung traf. Während namhafte Bankhäuser ihre Kaufempfehlungen für den DAX-Konzern bekräftigten, belasteten Diskussionen um eine lokale Werbekampagne und ein insgesamt schwaches Marktumfeld die Notierung.

Der Anteilsschein von Adidas schloss am Freitag bei 142,10 Euro und verzeichnete damit auf Sicht von sieben Tagen einen Rückgang von 4,6 %. Trotz dieser kurzfristigen Schwäche signalisieren technische Indikatoren eine zunehmend angespannte Marktlage. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf einen Wert von 27,6 gefallen, was in der Chartanalyse häufig als Anzeichen für einen technisch überverkauften Zustand gewertet wird.

Werbe-Fauxpas und operative Reaktionen

Für mediales Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche eine Kontroverse um eine Marketingmaßnahme in Israel. Das Unternehmen sah sich mit Kritik an einer lokalen Anzeige konfrontiert, in der ein ehemaliger israelischer Soldat auftrat. Adidas reagierte am Montag mit einer offiziellen Entschuldigung und stellte klar, dass diese Kampagne von einem lokalen Team entwickelt wurde.

Nach Angaben des Unternehmens war die Anzeige nicht Bestandteil der globalen Werbestrategie. Solche Vorfälle werden am Kapitalmarkt genau beobachtet, da sie das Markenimage kurzfristig beeinträchtigen können, auch wenn sie keine direkten Auswirkungen auf die globale Lieferkette oder das operative Kerngeschäft haben.

Parallel dazu setzt der Konzern seine Produkt-Offensive in der Lifestyle-Sparte fort. Am 5. September erfolgte der weltweite Marktstart des „VIRGINIA Watermoc Pack“, einer Kooperation von Adidas Originals mit Pharrell Williams, die mit drei Farbvarianten neue Impulse im Premium-Segment setzen soll.

Analysten setzen auf Erholung unter Bjorn Gulden

Trotz der jüngsten Kursverluste bleibt das Vertrauen professioneller Investoren in die langfristige Strategie von CEO Bjorn Gulden stabil. Die Experten von RBC beließen die Einstufung für Adidas am Freitag auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 200 Euro. Die Analysten signalisieren damit erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Bereits Anfang September hatte die britische Investmentbank Barclays die Beobachtung der Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 210 Euro aufgenommen. Medienberichten zufolge begründet Barclays diesen Optimismus mit der Erwartung, dass die vorangegangenen Schätzungsreduzierungen innerhalb des Sektors überzogen waren. Das unter Gulden angepasste Geschäftsmodell wird hierbei als zentraler Treiber für eine künftige Margenverbesserung gesehen.

Marktumfeld und charttechnische Einordnung

Die Diskrepanz zwischen den hohen Kurszielen der Banken und der tatsächlichen Kursentwicklung am Markt bleibt jedoch bestehen. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 16 % an Wert verloren. Analysten führen die aktuelle Schwächephase unter anderem auf eine allgemeine Sektor-Rotation und vorsichtige Konsumprognosen zurück.

Dennoch werten Marktbeobachter die jüngsten Empfehlungen als Stütze nach dem Test wichtiger charttechnischer Marken. Die Analystenstimmen konzentrieren sich vor allem darauf, dass das Unternehmen operativ auf dem richtigen Weg sei, die Profitabilität wieder auf das Niveau früherer Jahre zu heben.

Ob die Impulse durch neue Produktlinien wie die Kooperation mit Pharrell Williams ausreichen, um die psychologisch wichtige Erholung einzuleiten, bleibt ein zentrales Thema für die kommenden Handelswochen.

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