Adidas Aktie: Widerstand gegen die Branchenwelle?

Deutsche Bank Research reduziert das Adidas-Kursziel auf 205 Euro; die Neunmonatsergebnisse erscheinen am 29. Oktober.

Die Kernpunkte:
  • Aktie am Freitag 0,7 Prozent höher
  • Deutsche Bank senkt Kursziel auf 205 Euro
  • Bernstein bestätigt 245 Euro und Outperform
  • Neunmonatsergebnisse folgen am 29. Oktober

Der Sportartikelhersteller Adidas spürt den zunehmenden Druck im globalen Marktumfeld, behauptet sich an der Börse jedoch vergleichsweise stabil. Am Freitag schloss das Papier mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent bei 144,25 Euro. Schwache Vorgaben des US-Rivalen Nike hatten den gesamten Sektor verunsichert, nachdem das Unternehmen für 2026/27 vor einem hohen einstelligen Umsatzrückgang gewarnt hatte.

Trotz der eingetrübten Branchenstimmung zeigte sich die Aktie der Herzogenauracher widerstandsfähig. Marktbeobachter verwiesen darauf, dass die jüngsten Markttrends die beiden Branchenschwergewichte derzeit unterschiedlich treffen.

Analysten sehen Jahresziele als realistisch an

Medienberichten zufolge passte Deutsche Bank Research am Freitag die eigene Bewertung an. Analyst Adam Cochrane senkte das Kursziel für Adidas von 210 auf 205 Euro, behielt die Einstufung jedoch auf „Buy“ bei. Nach seiner Einschätzung hat der Branchendruck im dritten Quartal spürbar zugenommen. Vor diesem Hintergrund erschienen die offiziellen Jahresziele des Managements mittlerweile eher realistisch als konservativ.

Wenige Tage zuvor, am 30. September, hatte bereits die Bernstein SocGen Group ihre Einschätzung erneuert. Die Experten beließen das Papier auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Zur Begründung verwies das Haus auf die aktuelle Produktstärke sowie das dezentrale Geschäftsmodell.

Gleichzeitig mahnte Bernstein zur Vorsicht hinsichtlich anspruchsvoller Vorjahresvergleiche, möglicher Nachfrageschwächen und eines potenziell höheren Rabattdrucks im Handel. Andere Institute sehen die Zielmarke im Bereich um 200 Euro, womit die Expertenmehrheit trotz des raueren Umfelds weiteres Aufwärtspotenzial einräumt.

Produktneuheiten und Termin für Quartalszahlen

Adidas reagiert auf das Marktumfeld mit fortlaufenden Neueinführungen in unterschiedlichen Segmenten. Am Freitag präsentierte die Lifestyle-Sparte adidas Originals gemeinsam mit dem Designer Willy Chavarria eine neue Herbstkollektion, die Stilelemente der Neunzigerjahre aufgreift.

Kurz zuvor stellte das Unternehmen neue Modelle seiner Mountainbike-Schuhreihe FREERIDER vor, darunter Ausführungen mit speziellem Drehverschluss. Zudem gab es Sonderkollektionen im Motorsport in Zusammenarbeit mit dem Formel-1-Team Mercedes-AMG Petronas sowie im Fußballbereich für das argentinische Nationalteam.

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den Finanzkalender. Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahresviertel und die Belastbarkeit der Jahresziele gibt es am 29. Oktober. Dann legt Adidas die offiziellen Ergebnisse für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026 vor.

Auf Jahressicht notiert die Aktie mit einem Minus von 15 Prozent weiterhin unter Druck, weshalb die anstehenden Zahlen zeigen müssen, ob der Konzern seine operative Marge im schwierigen Konsumumfeld verteidigen kann.

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