Adidas Aktie: Zölle zahlen sich aus
Rund 200 Millionen Euro an US-Zöllen flossen zurück; Adidas erhöht die Jahresprognose und investiert einen Teil erneut.

- Quartalsumsatz steigt um neun Prozent
- Betriebsergebnis erreicht gut eine Milliarde Euro
- Jahresziel ohne Zolleffekte auf 2,5 Milliarden Euro angehoben
- Citigroup-Analystin setzt Kursziel auf 211 Euro
Adidas hebt seine Gewinnprognose an, und der Grund liegt nicht nur im Geschäft selbst. Ein Großteil der zuvor gezahlten US-Zölle fließt zurück an den Konzern. Der Markt reagiert am Mittwochmorgen mit Kursgewinnen.
Rekordquartal als Basis
Im dritten Quartal steigerte Adidas den Umsatz um 9 Prozent auf einen Rekordwert von 7,252 Milliarden Euro, währungsbereinigt waren es 7 Prozent. Die Bruttomarge legte um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent zu. Das Betriebsergebnis sprang um 37 Prozent auf gut eine Milliarde Euro, ebenfalls ein Höchstwert.
Zur Marge trug die Zollerstattung bei. Rund 200 Millionen Euro hat der Konzern in den vergangenen drei Monaten zurückerhalten.
Prognose steigt, Reinvestition folgt
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Adidas nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 9 bis 10 Prozent. Das Betriebsergebnis soll dadurch um rund 100 Millionen Euro höher ausfallen als bisher geplant. Rechnet man die Zollerstattung ein, steuert der Konzern auf 2,6 Milliarden Euro zu.
Nicht alles will Adidas jedoch einstreichen. Im vierten Quartal fließen rund 100 Millionen Euro in Initiativen, die künftig einen höheren operativen Hebel ermöglichen sollen. Ohne Zolleffekte peilt das Unternehmen deshalb ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro an, zuvor waren es rund 2,3 Milliarden.
Citi sieht weiteres Potenzial
An der Börse zogen die Papiere im vorbörslichen Handel auf Tradegate um bis zu 3,5 Prozent an. Auf Xetra würden sie damit ihre 100-Tage-Linie überspringen. Zuletzt ließ das Kaufinteresse etwas nach. Der Rivale Puma legte nur wenig zu.
Citigroup-Analystin Monique Pollard hob ihr Kursziel auf 211 Euro an, das entspricht einem Spielraum von gut 33 Prozent. Sie rechnet im vierten Quartal mit weiteren 200 Millionen Euro Zollrückerstattung und kappte zugleich ihre Kostenschätzung wegen strenger Ausgabendisziplin. Ihre Prognose für das operative Ergebnis 2026 liegt leicht über dem Konzernziel und deutlich über dem Konsens.
Die ausführlichen Zahlen für das dritte Quartal legt Adidas am 29. Oktober vor. Dann zeigt sich, wie stark Zolleffekte und operatives Geschäft im Detail zum Rekordergebnis beigetragen haben.
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