Adidas Aktie: Zoll-Rückerstattung als Trugbild?
Der operative Gewinn stieg um 37 Prozent, darunter rund 200 Millionen Euro US-Zollrückerstattung; Adidas erhöhte die Jahresprognose.

- Betriebsergebnis kletterte um 37 Prozent
- Umsatz wuchs währungsbereinigt um sieben Prozent
- Jahresziel auf rund 2,5 Milliarden Euro angehoben
- Zusätzliche Investitionen im Schlussquartal geplant
Am 29. Oktober veröffentlicht Adidas die endgültigen Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2026. Für Anleger steht dabei die Zusammensetzung des Gewinns im Mittelpunkt: Die vorläufigen Zahlen verbinden ein kräftiges operatives Ergebnis mit einer US-Zollrückerstattung. Zugleich hat die Prognosesenkung des Wettbewerbers Deckers Outdoor am Freitag neue Sorgen um die Kauflaune ausgelöst.
Zollrückerstattung prägt die Einordnung
Adidas meldete am Dienstag ein vorläufiges Betriebsergebnis von 1.008 Mio. € für das dritte Quartal. Das entspricht einem Anstieg um 37 %. Darin enthalten ist eine Erstattung von rund 200 Mio. € aus US-Zollforderungen.
Damit lässt sich der Ergebnissprung nicht allein als Ausdruck eines stärkeren laufenden Geschäfts lesen. Die Rückerstattung gehört ausdrücklich zur Einordnung des Quartals. Für die Bewertung der Geschäftsentwicklung sind deshalb auch Umsatz und Marge wichtig.
Der Quartalsumsatz erreichte vorläufig 7.252 Mio. € und legte um 9 % zu. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 7 %.
Die Erlöse zeigen damit auch ohne den Währungseffekt Wachstum. Der Zollbetrag betrifft dagegen das Betriebsergebnis. Beide Entwicklungen sollten Anleger auseinanderhalten, statt den gesamten Gewinnanstieg mit einer entsprechend stärkeren Nachfrage gleichzusetzen.
Investitionen gehören zum Jahresausblick
Die Bruttomarge erreichte im dritten Quartal 54,3 %. Für das vierte Quartal plant Adidas zusätzliche Investitionen von rund 100 Mio. €. Diese geplanten Ausgaben gehören ebenso zur Einordnung des Jahresausblicks wie die bereits enthaltene Zollrückerstattung.
Der Blick auf das Schlussquartal darf sich daher nicht auf die Fortschreibung des jüngsten Ergebnissprungs beschränken. Adidas hat zusätzliche Ausgaben angekündigt; deren Durchführung bleibt eine Planung. Die endgültige Quartalsveröffentlichung bildet den nächsten Termin für die Bewertung der Geschäftszahlen.
Am Dienstag hob Adidas die Prognose für das Betriebsergebnis 2026 von rund 2,3 Mrd. € auf rund 2,5 Mrd. € an. Die Zollrückerstattung ist in diesem Ausblick berücksichtigt.
Schwächere Kauflaune als Gegenprobe
Der unternehmenseigenen Entwicklung steht ein vorsichtigeres Branchensignal gegenüber. Laut dpa-AFX senkte Deckers Outdoor am Freitag seine Jahresprognose. Schwächere Verkäufe von Hoka-Schuhen und Ugg-Boots bei verhaltener Kauflaune belasteten dem Bericht zufolge auch die Adidas-Aktien.
Das ist keine neue Prognose von Adidas. Die Meldung betrifft einen Wettbewerber und darf nicht als Beleg für eine entsprechende Entwicklung bei Adidas behandelt werden. Sie erklärt aber, weshalb die Nachfrage neben der Ergebnisqualität besondere Aufmerksamkeit verdient.
Der Ergebnistermin am 29. Oktober bündelt damit zwei Bewertungsfragen: Wie stellt sich das Geschäft hinter dem Zollbetrag dar, und wie ist der Jahresausblick einschließlich der geplanten Investitionen einzuordnen? Die vorläufigen Zahlen liefern dafür bereits konkrete Anhaltspunkte. Das schwächere Signal von Deckers ersetzt diese unternehmensspezifische Prüfung nicht.
Stand heute, 25. Oktober: Adidas – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Adidas investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 25. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




