adidas erleidet Rückschlag – Knickt die Aktie ein?

Für das zurückliegende Geschäftsjahr musste der Sportartikelhersteller adidas herbe Kritik der Aktionäre einstecken. Die Konkurrenz sprintete von dannen und adidas hinkte hinterher. In der Summe blieb die Aktie des Unternehmens weit hinter dem DAX zurück. Insgesamt gab der Konzern zwei Gewinnwarnungen heraus.

 

© adidas
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Dieses Jahr soll sich diese Lage ändern, so das Ziel von adidas. Um dieses zu erreichen, geht man im Unternehmen auch völlig neue Wege.

 

Recycling – der neue Trend?

Erst vor kurzem präsentierte adidas in New York den Prototyp eines Sportschuhs. Das Neue daran: Das Obermaterial dieses Schuhs besteht vollständig aus Material, das aus aufbereiteten Abfällen und illegalen Hochseenetzen aus den Ozeanen besteht.

Diesen Trend will der Konzern weiter ausbauen. Mehrere Produkte, die aus Plastikabfällen aus dem Meer gefertigt werden, sollen folgen. Dabei sind es nicht nur Schuhe, auch Shirts oder Shorts können aus diesen Materialien hergestellt werden.

Entgegen der herkömmlichen Technik, bei der das Material für Schuhe ausgestanzt wird, setzt adidas bei dem Recycling-Schuh auf die Stricktechnik. Dadurch entstehe kein Abfall und schont dementsprechend Ressourcen, so die Konzernführung.

 

Verdrängung aus dem US-Markt

Einen Rückschlag erleidete adidas dagegen in den USA. Bisher stattete der Konzern dort die Sportmannschaften der Universität Michigan aus. Jetzt erhielt Erzrivale Nike den Zuschlag und liefert seine Produkte mit Beginn der Saison 2016/17 an die Universität.

Für adidas bedeutet das den Verlust einer der wertvollsten Sponsoringverträge. Der Konzern gab sich enttäuscht, verkündete aber, dass man zukünftig wahrscheinlich vier bis fünf neue Schulen unter Vertrag nehmen werde. Zudem würden dem Marketingbudget nun mindestens 5 Mio. Dollar durch den Verlust des Vertrages mit Michigan zur Verfügung stehen.

Auch die Geschäftsbeziehung mit der NBA verlor adidas und musste diese an Nike abgeben, auch wenn adidas bereits im Vorfeld erklärte, diesen nicht weiterführen zu wollen. Der Vorwurf steht nach wie vor im Raum, dass man den amerikanischen Markt vernachlässigt und sich stattdessen lieber auf wachstumsstarke Länder wie China oder Russland fokussiert.

 

adidas mit Umsatzplus im Reich der Mitte

Während sich einige Unternehmen bereits wieder aus dem chinesischen Markt zurückziehen, erzielte adidas hier im 1. Quartal einen Zuwachs der währungsbereinigten Erlöse um fast ein Fünftel.

Überhaupt lief das Auftaktquartal gut. Der Umsatz wurde um 17% auf 4,1 Mrd. Euro gesteigert und währungsbereinigt lag das Plus bei 9%. Insgesamt kletterte der Konzerngewinn um 22% auf 255 Mio. Euro.

Im gesamten Geschäftsjahr will der Konzern ein Gewinnplus von 7 bis 10% erreichen. Bis 2020 will adidas den Gewinn um jährlich 15% steigern.

 

Abwärtstrend gestoppt?

Die Aktie von adidas verzeichnete in den letzten Wochen einen Abwärtstrend. Derzeit notiert der Kurs um die wichtige Unterstützung bei ca. 68 Euro. Wird diese durchbrochen, könnte es weiter abwärts bis zur nächsten wichtigen Marke bei 66 Euro gehen.

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Trotz einiger Rückschläge zeigt sich adidas jedoch innovativ und auch optimistisch im Hinblick auf den Jahresverlauf. Die Zahlen waren ein Anfang, jetzt muss der Konzern jedoch weitere Resultate folgen lassen. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Kurs vorerst stabilisiert.

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