adidas erreicht neue Rekordmarke im Reich der Mitte

Sieht man sich das Chartbild von adidas für das vergangene Kalenderjahr an, zeigt sich, dass der Sportartikelhersteller deutlich aufholen konnte. Von Januar bis Dezember des vergangenen Jahres legten die Papiere des Unternehmens um ein Vielfaches zu und entwickelten sich damit besser als die meisten Werte im DAX.

 

© adidas
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Zuletzt erhielt adidas Aufwind durch die starken Zahlen des Konkurrenten Nike. Hier sehen viele Analysten auch weiteres Potenzial für das Unternehmen aus Herzogenaurach. Einen Vorgeschmack lieferte adidas jedoch heute selbst.

 

In China knackt adidas die Rekordmarke

Wie der Konzern heute bekannt gab, war das vergangene Jahr von einem neuen Umsatzrekord in China geprägt. Nach eigenen Angaben sollen hier für 2015 Umsätze von mehr als 2 Mrd. Euro generiert worden sein. China stellt für adidas immerhin den zweitwichtigsten Markt hinter den USA dar. Auch wenn die heutigen Nachrichten von Chinas Börsen da nicht so sehr ins Bild passen, für das laufende Geschäftsjahr hat adidas ganz konkrete Ziele.

 

2016 soll zum Erfolg werden

So werden für das 1. Halbjahr volle Orderbücher erwartet, Umsatz und Gewinn sollen wieder ein deutliches Plus verzeichnen. Die Stimmung der Händler in den USA schätzt die Konzernführung als positiv ein, so dass auch hier ein zweistelliges Umsatzwachstum „versprochen“ wird.

In den letzten Monaten nahm adidas die eigenen Konzernstrukturen genauer unter die Lupe mit dem Ergebnis, dass hier einiges verändert und vereinfacht wurde. Zudem rückten die Märkte in Westeuropa und Nordamerika wieder stärker in den Fokus, nachdem man in den zurückliegenden Jahren vor allem in Schwellenländer investiert hatte.

 

Wird der starke Dollar zum Problem?

Probleme könnte der starke Dollar bereiten, da gerade die Kosten für den Einkauf und die Produktion in Dollar abgerechnet werden. Jedoch sieht sich adidas für diesen Kampf auch gut gerüstet und will die höheren Ausgaben durch Preiserhöhungen, steigende Umsätze und nicht zuletzt durch eine weitere Steigerung der Effizienz wieder wettmachen.

Zugleich erwartet sich der Konzern aus der diesjährigen Fußball-EM ein starkes Geschäft. Der Umsatz soll im zweistelligen Prozentbereich wachsen. Bei den Fußballprodukten soll ein neuer Rekordumsatz erreicht werden. Damit werden deutlich mehr als 2,1 Mrd. Euro erwartet, so viel verzeichnete man zur Fußball-WM in Brasilien an Umsatz.

 

Was wird aus Reebok und der Golfsparte?

Problemkind bleibt weiterhin Reebok. Hier wurden wiederholt die Erwartungen verfehlt und der Umsatz sank weiter. Trennen will sich adidas jedoch weiterhin nicht von der Sparte. Daran dürfte auch der kürzliche Einstieg von drei neuen Großaktionären nichts ändern.

Die neuen Aktionäre Albert Frere, die Southeastern Asset Management und der Milliadär Nassef Sawiris stiegen im letzten Jahr bei adidas ein und kommen zusammengenommen durch Aktien und Optionen auf mehr als 10% der Stimmrechte. Gerade Sawiris und Hawkins (Chef von Southeastern) verbündeten sich dabei zum Beginn des Dezember im vergangenen Jahr mit dem Ziel, Einfluss auf Firmen zu nehmen, die ihrer Meinung nach unterbewertet sind.

Und auch über die Zukunft der Golfsparte soll im ersten Quartal dieses Jahres entschieden werden. Hier verzeichnete adidas im vergangenen Jahr Umsatzeinbrüche. Einen Verkauf der Marke TaylorMade schloss die Finanzchefin Robin Stalker nicht aus, allerdings müsse dafür der Preis stimmen.

 

Aktie von adidas weiter auf hohem Niveau

Auch die Aktie von adidas verbuchte heute Verluste von bisher etwas mehr als 2%. Dies jedoch unter dem Gesichtspunkt der deutlich negativ geprägten Börsenstimmung aufgrund der News aus China. Auch die herrschenden Unsicherheiten in Bezug auf die politische Entwicklung in Nahost trüben das Börsenbild zusätzlich.

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Die Analysten der Commerzbank beließen ihre heutige Einschätzung auf Halten mit einem Kursziel von 86,00 Euro. Grundlage hierfür bildeten die weiterhin positiven Aussichten für den Sportmarkt in China, was durch den Konkurrenten Nike bereits bestätigt worden sei.

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