Adidas sprintet davon und setzt sich neue Ziele

Der Sportartikelhersteller Adidas hat in 2016 die Milliardengrenze beim Gewinn übersprungen. Der Umsatz wurde um 18 % gesteigert und Chef Kasper Rorsted setzt für die Zukunft sportliche Ziele an. Die Strategie des neuen Chefs lautet: Weniger Marken, weniger Produkte und eine Verlagerung der Produktion.

Der größte Konkurrent von Nike konnte für 2016 einen neuen Rekordgewinn vermelden. Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz binnen Jahresfrist um 18 % auf 19,3 Mrd. Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft knackte erstmals in der Firmengeschichte die Marke von einer Milliarde Euro. Auch die Aktionäre sollen davon profieren und können sich freuen, denn sie erhalten eine Dividende von 2 Euro je Anteilsschein, das ist ein Viertel mehr als zuletzt.

Adidas ist optimistisch für die Zukunft

Für 2017 sind die Herzogenauracher außerordentlich optimistisch. Der Umsatz soll in diesem Jahr um bis zu 13 % zulegen. Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen soll um 18 bis 20 % auf 1,2 bis 1,225 Mrd. Euro steigen, wie der Konzern mitteilte. Dabei rechnet Adidas mit einer Bruttomarge von bis zu 49,1 % und einer operativen Marge von 8,3 bis 8,5 %.

Zwei Jahre nach Vorstellung der Mittelfriststrategie von Ex-Chef Herbert Hainer setzt der Neue, Kasper Rorsted, nun die Umsatz- und Gewinnziele bis 2020 herauf. Die Basis hierfür bildet das starke Geschäftsjahr 2016. "Unsere Resultate für 2016 und unser positiver Ausblick auf 2017 beweisen, dass unsere Strategie greift", sagte er. Das Unternehmen liege über dem ursprünglichen Plan und könne daher seine Ziele für 2020 anheben.

Bis 2020 sollen die Einnahmen (im Vergleich zu 2015) jährlich im Schnitt um 10 bis 12 % zulegen, der Gewinn soll sogar um bis zu 22 % im Schnitt wachsen. Dafür will Rorsted Adidas vereinfachen und sich auf seine beiden Hauptmarken Adidas und Reebok konzentrieren.

Konzentration auf Kernbereiche

Es ist für die Zukunft ist eine weitere Vereinheitlichung und Vereinfachung von Prozessen geplant sowie eine Reduzierung von Artikeln. Neben dem Verkauf der Golfmarken Taylormade, Adams und Ashworth will man sich nun auch von der Eishockey-Marke CCM Hockey trennen. Insgesamt sollen es weniger Produkte werden.

Außerdem will der Chef die Produktion zu einem großen Teil wieder zurück in die Hauptabsatzmärkte verlegen. In Deutschland und in den USA zieht Adidas z.B. sogenannte "Speed-Factories" auf. In ihnen werden mithilfe von modernen Fertigungsmethoden spezielle Turnschuhe gefertigt. Mit diesen, speziell auf die Kunden zugeschnittenen Artikeln, will Rorsted bis 2020 mehr als die Hälfte seines Umsatzes bestreiten. Zusätzlich soll die Digitalisierung noch stärker vorangetrieben werden. Die E-Commerce-Umsätze sollen bis 2020 auf 4 Mrd. Euro steigen, was einer Verdoppelung der ursprünglichen Ziele entspricht.

Investiert werden soll zudem in Personal, Infrastruktur und Marketing. Gemeinsam mit Westeuropa und China soll in Zukunft Nordamerika überproportional zum Wachstum beitragen.

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