Adidas vor den Innovation Days: Entscheidet sich die Erholung im September?
Adidas verliert an der Börse, während starke Quartalsdaten und WM-Buchungen Hoffnung geben. Die Innovation Days werden zum nächsten wichtigen Test.

- Adidas-Kurs deutlich unter 50-Tage-Linie
- RBC bestätigt positives Anlagevotum
- Innovation Days am 23. und 24. September
- Regionale Verkäufe und Imagekritik belasten
Ausgangslage
Adidas-Aktien stehen unter Druck. Der Kurs schloss am Freitag bei 142,10 Euro, nach einem Rückgang von 4,6 Prozent binnen sieben Tagen und 11 Prozent im Monatsvergleich.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 16 Prozent zu Buche. Damit notiert das Papier deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 163,92 Euro – ein Abstand von 13 Prozent, der die Schwäche der vergangenen Wochen unterstreicht.
Just in dieser angespannten Phase reiht sich ein Katalysator an den nächsten. RBC bekräftigte am 11. September die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 200 Euro. Zugleich richtet sich der Blick auf die Innovation Days, die für den 23. und 24. September angesetzt sind – ein Termin, den Marktbeobachter als möglichen Wendepunkt für die Aktie handeln.
Parallel dazu sorgte eine lokale Werbeaktion mit einem ehemaligen israelischen Soldaten für Kritik, worauf sich Adidas entschuldigte und klarstellte, es habe sich um eine regionale Initiative gehandelt, nicht um eine globale Kampagne. Das Reputationsthema bleibt ein Unsicherheitsfaktor, auch wenn es die fundamentale Geschäftsentwicklung bislang nicht sichtbar belastet hat.
Die entscheidende Frage
Für Anleger läuft derzeit alles auf eine Frage hinaus: Können die Innovation Days den charttechnisch stark angeschlagenen Titel aus seiner überverkauften Lage befreien?
Der RSI von 27,6 signalisiert eine deutlich überverkaufte Situation, die technisch für eine Gegenbewegung sprechen könnte – vorausgesetzt, es kommt ein fundamentaler Auslöser hinzu. Genau diesen Auslöser sollen die Innovation Days liefern: neue Produkt- und Markensignale, die das Vertrauen in die Wachstumsstory erneuern könnten.
Bullisches Szenario
Sollten die Innovation Days überzeugende Produktneuheiten präsentieren, könnte dies die Stimmung drehen. Die operative Substanz des Unternehmens gibt dafür durchaus Anlass: Im ersten Quartal 2026 hatte Adidas laut Reuters einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 705 Millionen Euro erzielt – stärker als von Analysten erwartet.
CEO Bjorn Gulden verwies zudem auf rund 250 Millionen Euro an Buchungen für Produkte rund um die Fußball-Weltmeisterschaft, ein Hinweis auf ein noch bevorstehendes Umsatzpotenzial im laufenden Jahr.
Bestätigt sich dieser Trend bei den Innovation Days mit konkreten neuen Kollektionen, könnte die Aktie ihre überverkaufte Lage abbauen und sich dem 50-Tage-Durchschnitt wieder annähern. RBC sieht mit seinem Kursziel von 200 Euro deutlich Luft nach oben gegenüber dem aktuellen Niveau.
Bärisches Szenario
Die Risiken sind jedoch ernst zu nehmen. Der anhaltende Abwärtstrend – ein Minus von 20 Prozent binnen zwölf Monaten – zeigt, dass strukturelle Zweifel am Wachstumspfad bestehen bleiben.
Reuters berichtete zudem, dass mehrere Länder im Nahen Osten im ersten Quartal rückläufige Verkäufe meldeten und Adidas dort einen Umsatzverlust von rund 30 Millionen US-Dollar durch den Konflikt in der Region hinnehmen musste.
Ein Fortbestehen solcher regionaler Belastungen würde das Wachstumsbild trüben. Hinzu kommt das Reputationsrisiko aus der umstrittenen Werbeaktion: Sollten weitere Kontroversen dieser Art aufkommen, könnte das die Markenwahrnehmung in sensiblen Märkten belasten – ein Faktor, der sich schwer quantifizieren lässt, aber das Anlegervertrauen zusätzlich dämpfen kann.
Bleiben die Innovation Days zudem hinter den hochgesteckten Erwartungen zurück, droht die überverkaufte Aktie tiefer zu fallen, statt sich zu stabilisieren – der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 130,20 Euro beträgt derzeit nur gut 9 Prozent.
Ausblick
Die kommenden Wochen dürften richtungsweisend sein. Solange die operative Dynamik aus dem ersten Quartal – getragen von starken Umsatz- und Ergebniszahlen sowie den WM-Produktbuchungen – Bestand hat, bleibt das bullische Szenario intakt, und Analysten wie RBC signalisieren mit ihrem Kursziel entsprechendes Aufwärtspotenzial.
Kippt hingegen die Wahrnehmung durch neue Reputationsprobleme oder enttäuschen die Innovation Days die Erwartungen an neue Wachstumsimpulse, dürfte der Abwärtstrend sich fortsetzen und die Aktie näher an ihr 52-Wochen-Tief heranrücken.
Der nächste konkrete Prüfstein sind die Innovation Days am 23. und 24. September – ein Termin, an dem sich zeigen wird, ob Adidas die überverkaufte Ausgangslage in eine nachhaltige Erholung ummünzen kann.
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