Adobe Aktie: Doppelschlag der Behörden

Adobe meldet Rekordumsatz und starkes KI-Wachstum, sieht sich jedoch mit teuren Vergleichen in den USA und einer neuen Untersuchung in Großbritannien konfrontiert.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz und starkes KI-Wachstum im Quartal
  • 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Behörden
  • Britische Wettbewerbshüter prüfen Kündigungsgebühren
  • Aktienkurs notiert nahe Jahres-Tiefststand

Der Software-Riese Adobe glänzt operativ mit Rekordumsätzen und rasantem KI-Wachstum. Gleichzeitig gerät das lukrative Abo-Modell des Unternehmens auf beiden Seiten des Atlantiks massiv unter juristischen Beschuss. Nach einer millionenschweren Einigung in den USA nimmt nun auch die britische Wettbewerbsbehörde die Stornierungsbedingungen ins Visier.

Teure Kündigungsgebühren im Fokus

Erst vor wenigen Tagen akzeptierte das Management einen 150 Millionen US-Dollar schweren Vergleich mit dem US-Justizministerium. Der Vorwurf lautete, das Unternehmen habe hohe Gebühren für vorzeitige Vertragskündigungen im Kleingedruckten versteckt. Neben 75 Millionen Dollar Strafe fließen weitere 75 Millionen Dollar in kostenlose Dienstleistungen für betroffene Kunden. Adobe verpflichtete sich zudem, die Kostenstrukturen künftig transparenter auszuweisen.

Kaum ist diese Akte geschlossen, eröffnet die britische Competition and Markets Authority (CMA) eine eigene Untersuchung. Die Aufseher prüfen seit dieser Woche, ob die Gebühr von 50 Prozent der Jahreskosten bei vorzeitiger Kündigung gegen Verbraucherschutzgesetze verstößt. Im schlimmsten Fall droht eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Umsatzes. Bislang hat die Behörde allerdings noch keine endgültigen Schlüsse gezogen.

Starkes operatives Geschäft

Diese juristischen Auseinandersetzungen überschatten die eigentlich robusten Fundamentaldaten. Im ersten Geschäftsquartal 2026 kletterte der Umsatz um 12 Prozent auf den Rekordwert von 6,40 Milliarden US-Dollar. Besonders die neuen KI-Produkte treiben das Wachstum an. So übersprangen die wiederkehrenden Umsätze der generativen KI-Software Firefly zügig die Marke von 250 Millionen Dollar.

Erschwert wird die Lage jedoch durch eine ungeklärte Nachfolge an der Unternehmensspitze. Der langjährige CEO Shantanu Narayen tritt ab, während der Verwaltungsrat noch immer nach einem geeigneten Nachfolger sucht. Dieses Vakuum in der Führungsetage sorgt für zusätzliche Zurückhaltung am Markt.

Bewertung auf Mehrjahrestief

Die Kombination aus regulatorischen Risiken und der offenen Führungsfrage hinterlässt tiefe Spuren im Chart. Mit einem Schlusskurs von 214,50 Euro am Freitag notiert das Papier nur noch hauchdünne 2,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf fast 25 Prozent. Anleger fordern angesichts der Unsicherheiten rund um das Kern-Geschäftsmodell offenbar eine höhere Risikoprämie, was die Bewertung des Titels deutlich unter den historischen Durchschnitt gedrückt hat.

Das Management hält vorerst an der Jahresprognose fest und rechnet mit einem Wachstum der wiederkehrenden Umsätze von knapp über 10 Prozent. Ob dieses Ziel erreichbar bleibt, hängt maßgeblich vom Ausgang der britischen Untersuchung ab. Die CMA hat bis September Zeit, die erste Phase ihrer Prüfung abzuschließen und erste Ergebnisse zu präsentieren.

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