Adobe Aktie: KI-Offensive

Adobe erweitert seine Profi-Videosoftware mit KI-Funktionen und startet eine strategische Initiative für die Filmindustrie, um Wachstumszweifel zu entkräften.

Die Kernpunkte:
  • KI-Upgrade für Premiere Pro und After Effects
  • Strategische Partnerschaften mit Hollywood-Studios
  • Fokus auf kommerzielle Sicherheit und Kontrolle
  • Entscheidender Quartalsbericht im März erwartet

Adobe verschärft seinen KI-Kurs im Videobereich. Der Konzern erweitert seine Profi-Tools Premiere Pro und After Effects um neue Funktionen und startet parallel eine Partnerschaftsinitiative mit Hollywood. Im Kern geht es darum, Zweifel am künftigen Wachstum mit künstlicher Intelligenz zu adressieren – und den eigenen Burggraben im Kreativsegment zu vertiefen.

Neue KI-Funktionen für Video-Profis

Zentrum der Ankündigungen vom Freitag ist ein umfangreiches Upgrade für Adobes Videoplattform.

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Premiere Pro wird künftig direkt mit „Firefly Boards“ verknüpft. Dieses KI-gestützte Brainstorming-Tool soll kreativen Teams gemeinsame Ideenfindung ermöglichen – und zwar nicht nur mit Adobes eigenen Modellen, sondern auch mit denen von Google, OpenAI und Runway. Damit öffnet Adobe seine Software stärker für ein Multi-Modell-Setup, bleibt aber Kontrollelement im Workflow.

Hinzu kommen neue KI-Funktionen in der Postproduktion. Insbesondere verbesserte Maskierungs-Tools sollen komplexe Bearbeitungsschritte deutlich verkürzen. Der Fokus liegt klar darauf, zeitintensive Routinearbeiten zu automatisieren und Profis mehr Raum für kreative Entscheidungen zu lassen.

„Firefly Foundry“: Adobe sucht die Nähe zu Hollywood

Parallel startet Adobe mit „Firefly Foundry“ eine strategische Initiative, die direkt auf die Film- und Entertainmentbranche zielt.

  • Partnerschaften mit Hollywood-Talentagenturen
  • Kooperationen mit VFX-Studios und Filmhochschulen
  • Entwicklung maßgeschneiderter KI-Tools auf Basis der jeweils eigenen Inhalte
  • Einsatzfelder von Kinofilm bis Social-Media-Kampagne

Die Idee: Studios und Agenturen sollen ihre hausinternen Assets in KI-gestützte Workflows einbinden können, ohne die Kontrolle über ihr Material zu verlieren. Das passt zu Adobes Positionierung rund um „kommerzielle Sicherheit“ – also Modelle, die auf lizenzierten Daten basieren und rechtliche Risiken begrenzen.

Zur Unterstützung des kreativen Nachwuchses stellt Adobe 2026 außerdem knapp 10 Millionen US-Dollar für seinen Film-&-TV-Fonds bereit. Das Geld soll insbesondere aufstrebenden Filmemachern zugutekommen und dürfte zugleich die Bindung an das eigene Ökosystem stärken.

Antwort auf KI-Sorgen am Markt

Die jüngsten Schritte sind klar im Kontext der vergangenen Monate zu sehen. An der Börse stand Adobe unter Druck, weil Investoren sich fragten, ob der Konzern seinen Vorsprung gegenüber neuen, „AI-native“ Wettbewerbern halten kann.

Einige Analysten hatten die Aktie zuvor herabgestuft. Hauptkritikpunkte:
– fehlende Klarheit, wie stark KI-Funktionen tatsächlich Umsätze treiben
– zunehmender Wettbewerb durch spezialisierte KI-Anbieter

Mit der Integration erweiterter KI-Features in Kernprodukte wie Premiere Pro und After Effects sowie der engen Verknüpfung mit der Entertainmentbranche setzt Adobe nun ein Signal: KI soll kein Nebenprodukt sein, sondern ein zentrales Element des professionellen Workflows – insbesondere für zahlungskräftige Unternehmenskunden, die auf rechtlich abgesicherte Lösungen angewiesen sind.

Wie etabliert Adobe schon heute ist, zeigte sich beim Sundance Film Festival 2026: Laut Unternehmen wurden 85 % der eingereichten Filme mit Creative-Cloud-Anwendungen erstellt. Genau diese starke Basis im Profi-Segment will Adobe mit den neuen Angeboten absichern und ausbauen.

Kursverlauf und Bewertungsperspektive

An der Börse fielen die unmittelbaren Reaktionen eher verhalten aus. Die Aktie legte am Freitag um minimale 0,07 % auf 301,37 US-Dollar zu. Interessanter ist der mittelfristige Blick: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt der Titel gut 28 % im Minus und rund ein Drittel unter dem 52-Wochen-Hoch von 445,25 US-Dollar, was die anhaltende Skepsis gegenüber der KI-Story widerspiegelt.

Analystenseitig ist das Bild gemischt, die Einschätzungen reichen überwiegend von „Halten“ bis „Moderates Kaufen“. Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass die Aktie zuletzt in einem vergleichsweise niedrigen Bewertungsbereich gehandelt wurde, nachdem sie sich in der Nähe überverkaufter Zonen bewegt hatte.

Ausblick: Bewährungsprobe im März

Die entscheidende Bewährungsprobe für Adobes KI-Offensive steht bereits im Kalender. Rund um den 11. März 2026 will das Unternehmen seine Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres vorlegen. Der Markt rechnet derzeit mit einem Gewinn je Aktie von etwa 4,85 US-Dollar.

Im Fokus dürfte dann weniger die bloße Ergebnislinie stehen, sondern die Frage, in welchem Umfang die neuen KI-Funktionen und Partnerschaften schon messbare Effekte zeigen: etwa bei der Nutzung der Videotools, bei Enterprise-Verträgen in der Medienbranche oder bei ersten Umsatzbeiträgen aus Firefly-bezogenen Angeboten. Genau daran wird sich entscheiden, ob die jüngsten Produktankündigungen reichen, um die skeptische Bewertung der Aktie Schritt für Schritt aufzubrechen.

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