Adobe Aktie: KI-Zweifel belasten

Adobe meldet Rekordumsatz, doch Analysten senken Bewertungen und hinterfragen, ob die KI-Strategie das Umsatzwachstum tatsächlich beschleunigen kann. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • Jefferies und KeyBanc senken ihre Bewertungen für Adobe
  • Rekordquartal mit Umsatz von 6,19 Milliarden US-Dollar
  • Wettbewerbsdruck durch KI-Alternativen im unteren Marktsegment
  • Aktienkurs fällt trotz positiver operativer Zahlen

Adobe liefert Rekordzahlen, doch an der Börse kommt keine Freude auf. Mehrere Analysten haben den Daumen gesenkt und stellen vor allem die erhoffte Wachstumsdynamik durch KI infrage. Entscheidend ist dabei weniger, was Adobe heute verdient – sondern ob die angekündigte KI-Zukunft wirklich im Umsatz ankommt.

Analysten drehen den Daumen

In den vergangenen Tagen geriet die Aktie spürbar unter Druck. Auslöser war vor allem eine Herabstufung durch Jefferies am 5. Januar 2026: Das Votum wurde von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt, das Kursziel deutlich von 500 auf 400 US‑Dollar reduziert. Begründung des Analysten Brent Thill: Ein klarer Umsatzschub durch KI sei bislang nicht erkennbar, der „Beitrag von AI“ zeige sich noch nicht im Zahlenwerk.

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Schon Mitte Dezember hatte KeyBanc die Stimmung getrübt. Am 15. Dezember stufte das Haus Adobe auf „Underweight“ ab und setzte mit 310 US‑Dollar das derzeit niedrigste Kursziel an der Wall Street. Inhaltlich kritisiert KeyBanc vor allem:

  • eine stagnierende Prognose für das zusätzliche Annual Recurring Revenue (ARR) im Jahr 2026
  • erwarteten Druck auf die EBIT-Marge
  • anhaltenden Wettbewerbsdruck im Kreativsoftware-Markt
  • eine aus Sicht der Analysten zu geringe Kursreaktion trotz positiver Q4-Zahlen

Unter dem Strich sorgen diese beiden Abstufungen für spürbare Verunsicherung darüber, wie belastbar Adobes Wachstumsstory wirklich ist.

KI-Wettbewerb im unteren Marktsegment

Jefferies richtet den Blick vor allem auf das untere Marktsegment: Gelegenheitsanwender und kleinere Nutzergruppen haben inzwischen Zugriff auf zahlreiche KI-gestützte Alternativen zur Creative Cloud. Genau hier sieht das Analysehaus zunehmenden Wettbewerbsdruck.

Im professionellen Bereich bleibt Adobe laut Jefferies zwar gut positioniert. Kreative Profis, die auf umfangreiche Funktionen angewiesen sind, dürften weiterhin schwer zu verdrängen sein. Dennoch halten die Analysten ein beschleunigtes Umsatzwachstum im Bereich „low-to-mid-teens“ ohne einen deutlichen Sprung bei der Wahrnehmung und Nutzung von Adobes KI-Funktionen für wenig wahrscheinlich.

Parallel dazu entwickelt sich die Branche rasant weiter: KI-Modelle von Wettbewerbern verbessern sich stetig bei Bild- und Videogenerierung. Diese Dynamik verschärft den Druck, die eigenen KI-Produkte nicht nur technologisch, sondern auch kommerziell erfolgreich zu machen.

Rekordquartal überzeugt den Markt nicht

Operativ hat Adobe zuletzt geliefert. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erzielte der Konzern einen Rekordumsatz von 6,19 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die Analystenerwartungen als auch die eigene Prognose wurden übertroffen, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 5,50 US‑Dollar.

Für das Geschäftsjahr 2026 stellt das Management in Aussicht:

  • Gesamtumsatz zwischen 25,90 und 26,10 Milliarden US‑Dollar
  • ein Wachstum des gesamten Adobe-ARR um 10,2 % gegenüber dem Vorjahr
  • bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 23,30 und 23,50 US‑Dollar

Auch bei den Nutzerzahlen zeigt sich der Einfluss der hauseigenen Firefly-KI: Die monatlich aktiven Nutzer der Freemium-Angebote legten im Jahresvergleich um 35 % auf über 70 Millionen zu. Dennoch bleiben viele Analysten vorsichtig, ob sich diese starke Nutzung in absehbarer Zeit in ein deutlich höheres Umsatztempo übersetzen lässt.

Bewertung rutscht auf historisch niedrige Niveaus

An der Börse spiegelt sich die Skepsis in einer spürbaren Bewertungsanpassung wider. Die Aktie notiert aktuell bei 335,99 US‑Dollar und damit rund 25 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 445,25 US‑Dollar vom Februar 2025. Trotz eines Kursanstiegs von gut 15 % auf Sicht von 30 Tagen liegt die 12-Monats-Performance bei knapp –18 %, was die anhaltenden Zweifel am mittel- bis langfristigen Wachstum unterstreicht.

Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis kommt Adobe derzeit auf das rund 19,9‑Fache der vergangenen Gewinne – ein im historischen Vergleich niedriges Niveau für den Softwarekonzern. Gleichzeitig zeigt der Relative-Stärke-Index (RSI) mit 59,3 keine extrem überkaufte oder überverkaufte Situation, was auf eine eher technisch ausgeglichene Lage hindeutet.

Geteilte Einschätzung für die nächsten Monate

Spannend ist der Blick auf die Analystenlandschaft: Trotz der jüngsten Abstufungen halten noch rund zwei Drittel der Experten an einem Kaufvotum fest. Damit prallen aktuell zwei Sichtweisen aufeinander: Auf der einen Seite steht ein profitables Softwareunternehmen mit Rekordumsätzen, wachsendem ARR und einer großen Nutzerbasis für seine KI-Tools. Auf der anderen Seite stehen strukturelle Sorgen über den zunehmenden KI-Wettbewerb, eine möglicherweise ausgereizte Wachstumsdynamik im Kerngeschäft und ein Bewertungsniveau, das bereits einen Teil dieser Risiken einpreist.

In den kommenden Quartalen wird vor allem entscheidend sein, ob Adobe zeigen kann, dass Firefly und andere KI-Angebote nicht nur Nutzer anziehen, sondern das Wachstum beim wiederkehrenden Umsatz deutlich beschleunigen. Gelingt dies, könnte die aktuelle Bewertung als konservativ erscheinen – bleibt der erhoffte KI-Effekt im Umsatz aus, dürften die skeptischen Stimmen weiter an Gewicht gewinnen.

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