Adobe Aktie: Regulierungsdruck auf zwei Kontinenten
Adobe sieht sich mit Kartellverfahren in Großbritannien und einem Vergleich in den USA konfrontiert, während die Übernahme von Semrush voranschreitet und die Aktie trotz guter Zahlen auf Tiefstständen notiert.

- Untersuchung der CMA zu Adobes Kündigungsbedingungen
- Vergleich mit US-Justizministerium über 150 Mio. Dollar
- Bundeskartellamt genehmigt Übernahme von Semrush
- Aktie notiert trotz starker Quartalszahlen auf Tief
Adobe kämpft derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Wenige Tage nach einem 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit dem US-Justizministerium hat nun auch die britische Wettbewerbsbehörde CMA eine Untersuchung eingeleitet — wegen derselben Streitfrage: Adobes Kündigungsbedingungen.
Was die CMA beanstandet
Im Mittelpunkt steht Adobes „Annual billed monthly“-Modell: Kunden schließen einen Jahresvertrag ab, zahlen aber monatlich. Wer nach der 14-tägigen Frist kündigt, muss 50 Prozent der verbleibenden Jahreskosten entrichten. Die CMA prüft nun, ob diese Klausel gegen britisches Verbraucherschutzrecht verstößt und ob Kunden vorab klar genug über die Kosten informiert werden.
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Es ist das neunte Verfahren, das die Behörde seit Einführung ihrer erweiterten Durchsetzungsbefugnisse im Jahr 2025 einleitet. Im Ernstfall drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bis September soll die erste Untersuchungsphase abgeschlossen sein — ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
Beim US-Vergleich musste Adobe neben der Zahlung von 75 Millionen Dollar in kostenlosen Dienstleistungen für betroffene Kunden auch Änderungen an seinen Abonnementprozessen vornehmen. Wrongdoing hat das Unternehmen in beiden Fällen bestritten.
Semrush-Übernahme kommt voran
Während die Regulierungsfront wächst, gibt es auf der Übernahmeseite Fortschritte. Das deutsche Bundeskartellamt hat am 20. März die geplante Akquisition von Semrush freigegeben. Adobe will den Anbieter von Online-Marketing-Software für rund 1,9 Milliarden Dollar übernehmen — 12 Dollar je Aktie, vollständig in bar. Der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, sofern auch die Semrush-Aktionäre zustimmen.
Semrush positioniert sich im Bereich KI-Suchbarkeit für Marken — ein Segment, das Adobe strategisch stärken will.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Die operative Lage ist trotz allem solide. Im ersten Fiskalquartal wuchs der Umsatz um zwölf Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 19 Prozent auf 6,06 Dollar — beide Werte übertrafen die eigene Prognose. Der KI-Jahresumsatz hat sich im Quartal mehr als verdreifacht, Produkte wie Firefly und GenStudio verzeichnen laut Unternehmen starke Nachfrage.
Am Markt spiegelt sich das kaum wider. Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Tief und hat seit Jahresbeginn rund 27 Prozent verloren. Das aktuelle Bewertungsniveau von etwa 14- bis 18-fachen Forward-Earnings liegt weit unter dem historischen Durchschnitt von 30- bis 40-fach — Anleger verlangen offenbar einen deutlichen Risikoabschlag.
Hinzu kommt die offene CEO-Nachfolge: Der Verwaltungsrat sucht nach einem „KI-nativen“ Nachfolger für Shantanu Narayen. Am 11. Juni legt Adobe die nächsten Quartalszahlen vor — dann dürften Führungsfrage, KI-Monetarisierung und der Stand der Semrush-Integration im Mittelpunkt stehen.
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