Adobe Aktie: Risikoreiche Aussicht?

Adobe meldet Rekordumsatz und starkes KI-Wachstum, doch der angekündigte Abgang des langjährigen CEOs und ein regulatorischer Vergleich belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz und Gewinnüberschuss im ersten Quartal
  • KI-Erlöse mehr als verdreifacht
  • CEO Shantanu Narayen tritt nach 18 Jahren ab
  • 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit US-Justizministerium

Rekordeinnahmen, ein CEO-Rücktritt nach 18 Jahren und ein 150-Millionen-Dollar-Vergleich mit dem US-Justizministerium — Adobe hat innerhalb weniger Tage gleich drei gewichtige Nachrichten geliefert. Die Finanzzahlen überzeugten, die Aktie reagierte trotzdem mit einem deutlichen Kursrutsch.

Starke Zahlen, schwache Kursreaktion

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Adobe einen Rekordumsatz von 6,40 Milliarden Dollar — ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 6,06 Dollar übertraf die Analystenerwartungen von 5,86 Dollar. Der operative Cashflow erreichte mit 2,96 Milliarden Dollar ebenfalls einen Rekordwert.

Besonders stark entwickelte sich das KI-Geschäft: Die jährlich wiederkehrenden Erlöse aus KI-Produkten wie Firefly haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht. Die Zahl der Unternehmenskunden für Firefly Enterprise wuchs um 50 Prozent. Insgesamt zählt Adobe monatlich 850 Millionen Nutzer über seine Kernprodukte — ein Anstieg von 17 Prozent.

Ein Wermutstropfen: Das klassische Einzelhandelsgeschäft mit Stockfotos, ein Segment mit rund 450 Millionen Dollar Jahresumsatz, schrumpft schneller als erwartet.

Dennoch brach die Aktie im vorbörslichen Handel am 13. März um rund 8 Prozent ein. Der Grund lag weniger in den Zahlen als in der Personalie dahinter.

Das Ende einer Ära

Shantanu Narayen, seit 2007 CEO und insgesamt 28 Jahre bei Adobe, tritt ab — sobald ein Nachfolger gefunden ist. Unter seiner Führung wuchs der Umsatz von unter einer Milliarde auf über 25 Milliarden Dollar, die Mitarbeiterzahl von rund 3.000 auf mehr als 30.000. Die Aktie legte in dieser Zeit um mehr als das Sechsfache zu. Narayen bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten.

Die Nachfolgesuche leitet Frank Calderoni, Lead Independent Director, als Vorsitzender eines eigens eingesetzten Komitees. Einen Zeitplan nannte Adobe nicht. Sowohl interne als auch externe Kandidaten sollen geprüft werden.

Regulatorischer Vergleich besiegelt

Parallel zur Führungsnachfolge einigte sich Adobe mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich über 150 Millionen Dollar. Davon entfallen 75 Millionen Dollar auf Bußgelder, weitere 75 Millionen Dollar werden Kunden in Form kostenloser Dienste gutgeschrieben. Hintergrund ist eine Klage aus dem Juni 2024: Adobe soll Abonnenten versteckte Kündigungsgebühren auferlegt und die Kündigung von Verträgen bewusst erschwert haben. Der Vergleich schließt auch Ansprüche gegen zwei Adobe-Manager ein. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück, erklärte aber, die Angelegenheit beilegen zu wollen.

Ausblick und Bewertung

Für das zweite Quartal erwartet Adobe einen Umsatz zwischen 6,43 und 6,48 Milliarden Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,80 bis 5,85 Dollar. Die geplante Übernahme des SEO-Spezialisten Semrush ist in dieser Prognose noch nicht enthalten und soll im laufenden Quartal abgeschlossen werden.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 24 Prozent verloren — deutlich mehr als der S&P 500, der im gleichen Zeitraum nur leicht nachgab. Die Unsicherheit über den Führungswechsel und die anhaltenden Fragen zur KI-Konkurrenz lasten auf der Bewertung, obwohl die operativen Kennzahlen bislang keine Schwäche zeigen. Wer Narayen beerbt und wie schnell die Nachfolge geregelt wird, dürfte den Kursverlauf in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.

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