Advanced Blockchain Aktie: 8,52-Prozent-Rückgang auf 1,29 Euro
Die Advanced Blockchain AG verzeichnet weitere Kursverluste. Analysten sehen langfristig Potenzial, doch hohe Verluste und Abschreibungen belasten das Unternehmen.

- Aktie verliert deutlich an Wert
- Jahresminus von fast 50 Prozent
- Analysten bestätigen Kursziel von 2 Euro
- Hohe Verluste durch Abschreibungen
Die Aktie der Advanced Blockchain AG verzeichnet am heutigen Mittwoch einen deutlichen Rückgang. Im deutschen Handel verliert das Papier 8,52 Prozent und notiert bei einem Kurs von 1,29 Euro. Damit setzt sich die seit Monaten anhaltende Schwächephase fort: Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anleger bereits auf 49,69 Prozent.
Kursziel von GBC bestätigt spekulativen Charakter
Trotz der jüngsten Kursverluste äußerten sich Analysten zuletzt grundsätzlich positiv zur langfristigen Perspektive, mahnten jedoch zur Vorsicht. Am 22. Juli bestätigte die GBC AG ihre Kaufempfehlung für das Unternehmen. Die Analysten Matthias Greiffenberger und Cosmin Filker sehen ein Kursziel von 2,00 Euro bis zum Ende des Jahres 2027.
Gleichzeitig stufen sie den Wert jedoch weiterhin als spekulativ ein. Dies begründen die Experten vor allem mit der starken Abhängigkeit der Geschäftsentwicklung von den volatilen Token-Märkten. Bereits Mitte Juli attestierte das Analysehaus dem Unternehmen in einer Studie zwar Fortschritte bei dem internen Transformationsprozess „ABAG 2.0“, verwies jedoch gleichzeitig auf die weiterhin hohe operative Kostenbasis, die das Ergebnis belastet.
Massive Abschreibungen belasten Konzernergebnis
Hintergrund der verhaltenen Marktstimmung sind unter anderem die Ende Juni vorgelegten geprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Der Konzernumsatz konnte zwar leicht von 0,23 Millionen Euro auf 0,31 Millionen Euro gesteigert werden, doch gleichzeitig weitete sich der Jahresfehlbetrag massiv aus. Das Minus belief sich auf 3,48 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 1,78 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.
Hauptverantwortlich für dieses Ergebnis waren laut Unternehmensmitteilungen Wertberichtigungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Diese betrafen Forderungen gegenüber der nakamo.to GmbH sowie der Tochtergesellschaft Incredulous Labs Ltd. Letztere wies für das Jahr 2025 einen extremen Fehlbetrag von 16,98 Millionen US-Dollar aus, was vor allem auf massive Abschreibungen auf Token-Rechte und Projektinvestitionen zurückzuführen ist. Im bereinigten Vorjahr hatte die zypriotische Tochter noch einen Gewinn von 0,95 Millionen US-Dollar erzielt. Infolge der hohen Verluste sank die Bilanzsumme der Tochtergesellschaft auf 5,39 Millionen US-Dollar.
Strategische Neuausrichtung und Finanzierung
Um den operativen Betrieb und den Umbau zur „ABAG 2.0“ zu gewährleisten, sicherte sich das Unternehmen bereits am 1. Juni ein Gesellschafterdarlehen in sechsstelliger Höhe. Dieses Kapital soll die strategische Neuausrichtung sowie das laufende Tagesgeschäft finanzieren. Medienberichten zufolge setzt das Unternehmen dabei auch auf Erfolge bei seinen Beteiligungen.
Ein operativer Fortschritt im Portfolio war zuletzt bei Panoptic zu verzeichnen. Das Unternehmen startete am 15. Juni die zweite Version seiner Plattform, die den On-Chain-Handel mit tokenisierten Vermögenswerten ermöglicht. Dennoch bleibt die finanzielle Lage der Muttergesellschaft durch die hohen operativen Verluste und die Belastungen aus dem Bereich der Token-Investitionen angespannt. Die Anleger reagieren auf diese Gemengelage aus operativer Transformation und bilanziellen Altlasten weiterhin mit Zurückhaltung.
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