AeroVironment Aktie: 1,4-Milliarden-SCAR-Auftrag verloren

Die US Space Force schreibt einen Milliardenauftrag neu aus – und stürzt AeroVironment damit ins Minus. Der Rüstungskonzern verliert die zuvor sicher geglaubte Exklusivrolle beim Satellitenkommunikationsprojekt SCAR. Die Aktie fiel auf ein neues 52-Wochen-Tief.
Am Freitag schloss das Papier bei 136,30 Euro – ein Tagesminus von 2,75 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 38 Prozent. Der RSI von 81,6 deutet zudem auf eine technische Überkauft-Situation hin, was die Abwärtsdynamik zusätzlich belastet.
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Auftragsverlust erschüttert Kurs
Auslöser des jüngsten Kursrutschs ist die Entscheidung der US Space Force, den 1,4 Milliarden Dollar schweren SCAR-Vertrag (Satellite Communications Augmented Reality) neu auszuschreiben. Bislang galt AeroVironment als alleiniger Anbieter – nun müssen andere Bieter die Chance erhalten. Investoren reagierten mit einem heftigen Ausverkauf. Der Kurs brach auf das Jahrestief ein und liegt mittlerweile mehr als 60 Prozent unter dem Hoch von Oktober 2025.
Parallel dazu belasten die jüngsten Quartalszahlen: Mit 0,64 Dollar Gewinn je Aktie verfehlte das Unternehmen die Analystenerwartungen um vier Cent.
Ersatzauftrag sorgt nur kurze Erleichterung
Immerhin gewann AeroVironment einen neuen Dreijahresvertrag über 43 Millionen Dollar. Das Test Resource Management Center des US-Verteidigungsministeriums beauftragt das Unternehmen, die Phased-Array-Antennentechnologie PANTHER in die SkyRange-Plattform zu integrieren. Das System soll künftig mehrere Hyperschall-Ziele gleichzeitig verfolgen können und herkömmliche Parabolantennen ersetzen.
Der Auftrag ist technisch bedeutsam, fällt aber im Vergleich zum verlorenen SCAR-Volumen zu gering aus, um die Stimmung nachhaltig zu drehen.
Analysten uneins
Die Lage spaltet die Analystengemeinde. Raymond James stufte die Aktie von „Strong Buy“ gleich drei Stufen auf „Underperform“ herab – eine seltene und drastische Korrektur. Begründung: die wachsenden Risiken durch die SCAR-Neuausschreibung und die enttäuschende Gewinnentwicklung.
RBC Capital hält dagegen an der Einstufung „Outperform“ fest und sieht ein Kursziel von 250 Dollar. Die Bank verweist auf die Zuversicht des Managements für das vierte Fiskalquartal. Allerdings räumt auch RBC Unsicherheiten beim Verteidigungshaushalt 2027 ein.
Der milliardenschwere Auftragsbestand von 1,1 Milliarden Dollar kann den Vertrauensverlust bislang nicht auffangen. Besonders schwer wiegt, dass die Aktie deutlich schlechter läuft als die gesamte Branche der Luft- und Raumfahrtausrüster.
Ausblick: Integration von BlueHalo wird richtungsweisend
AeroVironment hat mit der Übernahme von BlueHalo seine Kompetenzen in den Bereichen gerichtete Energie und Drohnenabwehr gestärkt. Die Integration dieser Sparte wird für die Entwicklung zum neuen Fiskaljahr entscheidend sein.
Ob das Unternehmen den Schock des SCAR-Verlustes wettmachen kann, hängt nun davon ab, wie viele neue Aufträge aus dem konkurrierenden Ausschreibungsverfahren hervorgehen. Die Quartalszahlen für das vierte Fiskalquartal 2026 werden zeigen, ob die operative Wende gelingt.
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