AeroVironment Aktie: 186-Millionen-Auftrag von der US-Army
Rüstungskonzern gründet Joint Venture in Griechenland, sichert sich Großaufträge und kämpft mit Kursverlusten nach Insiderverkäufen.

- Joint Venture für europäischen Markt
- US-Armee vergibt 186-Millionen-Auftrag
- Erster Produktionsauftrag für Laserwaffe
- Kursrutsch nach Insider-Verkäufen
Der US-amerikanische Rüstungsspezialist AeroVironment baut seine internationale Präsenz massiv aus und festigt seine Position als führender Lieferant für unbemannte Systeme.
Vorgestern gab das Unternehmen die Gründung von AV Eagle bekannt, einem Joint Venture mit der in Athen ansässigen Eyeonix SA. Diese strategische Kooperation zielt darauf ab, eine lokale industrielle Basis in Griechenland zu schaffen, um die Produktion und Montage von unbemannten Flugsystemen sowie Loitering Munition für die europäischen Märkte und NATO-Partner voranzutreiben.
Strategisches Joint Venture für den europäischen Markt
Mit der Gründung von AV Eagle reagiert AeroVironment auf die wachsende Nachfrage nach Verteidigungslösungen in Europa. Das Gemeinschaftsunternehmen soll nicht nur Aufklärungsdrohnen und die Switchblade-Serie produzieren, sondern auch Lösungen zur Abwehr unbemannter Systeme (C-UAS) entwickeln. Diese Expansion folgt auf die Ernennung des erfahrenen Luftfahrt-Managers Michael D. Ruppert in das Board of Directors vor gut drei Wochen.
Die lokale Fertigung in Griechenland ermöglicht es dem Konzern, regulatorische Anforderungen innerhalb der NATO-Staaten effizienter zu erfüllen und Lieferketten für europäische Kunden zu verkürzen.
Parallel dazu könnten US-Hersteller wie AeroVironment Medienberichten zufolge künftig von neuen Bundesstrafzöllen von bis zu 100 % auf importierte chinesische Drohnen und Komponenten profitieren, was die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Heimatmarkt weiter stärken dürfte.
Rekordaufträge durch die US-Armee
Abseits der europäischen Expansion verzeichnete AeroVironment zuletzt bedeutende Erfolge im US-Geschäft. Am Montag erhielt das Unternehmen von der U.S. Army einen Lieferauftrag im Wert von 186 Millionen US-Dollar. Dieser umfasst Systeme der Typen Switchblade 600 Block 2 und Switchblade 300 Block 20. Der Abruf erfolgt im Rahmen eines bestehenden Rahmenvertrags, der ein Gesamtvolumen von bis zu 990 Millionen US-Dollar abdeckt.
Zudem meldete Bloomberg am 10. August einen Meilenstein in der technologischen Entwicklung: Die U.S. Army vergab einen Produktionsauftrag über rund 400 Millionen US-Dollar für das lasergesteuerte Abwehrsystem „Locust“. Es handelt sich dabei um die erste Bestellung des Pentagons für eine Energiewaffe dieser Art im Produktionsmaßstab. Solche Systeme dienen dazu, feindliche Drohnen mittels gerichteter Energie unschädlich zu machen.
Insiderverkäufe belasten den Aktienkurs
Trotz der starken Auftragslage geriet die Aktie zuletzt unter Druck. Am Donnerstag verzeichneten die Anteilscheine einen Kursrückgang von 7,5 %. Auslöser waren Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC über Aktienvorkäufe durch Führungskräfte des Unternehmens.
Director Stephen F. Page veräußerte am Montag 250 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 191,98 US-Dollar über einen Treuhandfonds. Bereits am 14. August hatte der Chief Accounting Officer Brian Charles Shackley 205 Papiere zu einem Preis von 201,86 US-Dollar verkauft. Beide Transaktionen basierten auf vorab festgelegten Handelsplänen.
Diese Verkäufe überschatteten vorübergehend die operativen Erfolge. Medienberichten vom 13. August zufolge reduzierten Analysten zudem das durchschnittliche Kursziel für die Aktie von 259 auf 233 US-Dollar, obgleich dem Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre der Sprung in die Profitabilität zugetraut wird.
Der Schlusskurs lag am Freitag bei 138,00 €. Damit summierte sich der Verlust innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 17 %. Aktuell notiert die Aktie 62 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Anleger blicken nun auf den 8. September, wenn AeroVironment die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorlegen wird.
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