AeroVironment Aktie: 19-Prozent-Sprung auf 147 Euro
AeroVironment übertrifft mit Rekordumsatz die Erwartungen, dämpft aber mit einer verhaltenen Gewinnprognose die Euphorie der Anleger.

- Umsatzsprung um 133 Prozent
- Gewinn je Aktie übertrifft Schätzungen
- Auftragsbestand steigt auf Rekordniveau
- Prognose für 2027 enttäuscht Erwartungen
Ein amerikanischer Rüstungskonzern übertrifft alle Erwartungen – und enttäuscht dennoch auf breiter Front. Die AeroVironment-Aktie explodierte am Dienstag um fast 19 Prozent auf 147,00 Euro. Der Grund: ein historisches Quartal. Der Umsatz stieg um 133 Prozent auf 641,6 Millionen Dollar. Analysten hatten mit maximal 570 Millionen gerechnet.
Der Gewinn je Aktie lag mit 1,84 Dollar weit über den Schätzungen von rund 1,47 Dollar. Das Unternehmen spricht von „beispielloser“ Nachfrage nach autonomen Verteidigungssystemen. Die Zukäufe von BlueHalo und ESAero zahlten sich sofort aus: Sie steuerten 282,3 Millionen Dollar zum Quartalsumsatz bei – fast die Hälfte der Erlöse.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Der sogenannte Funded Backlog wuchs um 65 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Rund 85 Prozent dieser Aufträge sollen im kommenden Geschäftsjahr in Umsatz münden. Das bietet Planungssicherheit – zumindest auf der Erlösseite.
Doch die Prognose für das Geschäftsjahr 2027 trübt das Bild. Zwar erwartet AeroVironment einen Umsatz zwischen 2,125 und 2,225 Milliarden Dollar. Der prognostizierte Gewinn je Aktie liegt mit 3,02 bis 3,34 Dollar aber deutlich unter den Konsenserwartungen von rund 3,92 Dollar.
Hinzu kommt: Der freie Cashflow soll negativ werden. Das Unternehmen investiert massiv in neue Produktionskapazitäten. Drohnen werden weltweit dringender benötigt als je zuvor.
Zwischen Rekord und Rückschlag
Trotz des Kurssprungs bleibt das Bild angespannt. Die Aktie notiert 58,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 354,30 Euro. Seit Jahresbeginn verliert sie fast 33 Prozent.
Der Auftragseingang signalisiert Wachstum. Die Gewinnprognose bremst die Euphorie. Das Management setzt auf Expansion – und riskiert kurzfristig sinkende Margen. Die Volatilität liegt annualisiert bei 100 Prozent. Das dürfte viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben.
Am 15. Juli folgt die ausführliche Bilanzpressekonferenz. Dann zeigt sich, ob der operative Ausbau tatsächlich so schnell Früchte trägt, wie das Management hofft. Bis dahin bleibt die Aktie ein Spiel auf Zeit – und auf die nackten Zahlen.
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