AeroVironment Aktie: JIATF-401 wählt Konzern für Drohnenabwehr-Pilotprogramm
Rothschild & Co Redburn bewertet AeroVironment neutral; für 2027 erwartet das Management stagnierende Gewinne und plant hohe Investitionen.

- JIATF-401 wählt vier Unternehmen fürs Pilotprogramm
- Lasererprobung an fünf US-Militärstandorten
- Redburn startet mit neutraler Aktienbewertung
- Aktie verliert heute 5,2 Prozent
AeroVironment rückt bei der Modernisierung der US-Heimatschutz-Verteidigung in den Fokus. Die US Joint Interagency Task Force JIATF-401 wählte den Rüstungskonzern für ein einjähriges Pilotprogramm zur Drohnenabwehr an fünf US-Militärstützpunkten aus.
Im Rahmen dieses Vorhabens soll der palettierte Hochenergielaser des Unternehmens unter realen Einsatzbedingungen getestet werden. Neben AeroVironment erhielten auch Boeing, Epirus und Kord Technologies den Zuschlag für das Testprogramm.
Erprobung an US-Militärstützpunkten läuft an
Das Pilotprogramm zielt darauf ab, den Betrieb von Systemen mit gerichteter Energie gegen unbemannte Flugkörper zu untersuchen. Getestet werden Leistung, Wartungsaufwand und Betriebskosten an Stützpunkten in Arizona, Texas, Washington, North Dakota und Missouri.
Die FAA und das US-Militär koordinieren die Tests im nationalen Luftraum. Im Dezember 2026 steht zudem ein direkter Systemvergleich auf dem Testgelände in Dugway im Bundesstaat Utah an, der über künftige Beschaffungen entscheiden könnte.
Der Einstieg in das Testprogramm flankiert das bestehende Laserwaffengeschäft des Konzerns. Separat dazu läuft ein Produktionsauftrag der US Army über 464,8 Millionen US-Dollar für das Lasersystem LOCUST X3, das in den kommenden Jahren ausgeliefert werden soll.
Das Unternehmen wies zum Ende des ersten Quartals einen finanzierten Auftragsbestand von 1,5 Milliarden US-Dollar aus, ergänzt um unfinanzierte Aufträge im Umfang von rund 1,4 Milliarden US-Dollar.
Zurückhaltung bei Analysten für das laufende Geschäftsjahr
Trotz der operativen Impulse durch Großaufträge mahnen Marktbeobachter zu Geduld. Das Analysehaus Rothschild & Co Redburn nahm gestern die Beobachtung der Aktie mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 165 US-Dollar auf.
Analystin Maggie Schooley stuft das Geschäftsjahr 2027 als Übergangsphase ein. Hintergrund sind ein umfangreiches Investitionsprogramm und voraussichtlich stagnierende Gewinne, während ein positiver freier Cashflow erst für das Geschäftsjahr 2028 prognostiziert wird.
Chancen sieht das Analysehaus vor allem im Ausbau der Bereiche für Loitering Munition, Weltraumanwendungen und gerichtete Energie. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit einem Umsatz zwischen 2,125 und 2,225 Milliarden US-Dollar sowie einem bereinigten operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 305 bis 325 Millionen US-Dollar.
Am deutschen Markt notiert die Aktie heute bei 120,85 Euro und verliert 5,2 Prozent an Wert. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang damit auf ein Minus von 43 Prozent.
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