AeroVironment Aktie: Mondlaser, Milliardenverlust

Der US-Rüstungskonzern meldet einen operativen Verlust von 179 Millionen Dollar, hauptsächlich durch eine Goodwill-Abschreibung nach dem Stopp eines Großauftrags. Parallel lieferte das Unternehmen erfolgreich Lasertechnik für die NASA-Mondmission Artemis II.

Die Kernpunkte:
  • Technischer Erfolg mit Laser-Gimbal für Artemis II
  • Quartalsverlust von 179 Millionen Dollar gemeldet
  • Goodwill-Abschreibung nach Stopp des SCAR-Programms
  • Neue Drohne MAYHEM 10 vorgestellt

AeroVironment hat Laserkommunikation für die NASA-Artemis-II-Mission geliefert — und gleichzeitig einen Quartalsverlust von fast 180 Millionen Dollar eingefahren. Selten klafft technische Glanzleistung und finanzieller Druck so weit auseinander.

Präzisionstechnik im Mondorbit

An Bord der Orion-Kapsel steckte ein Laser-Gimbal von AeroVironment. Das Bauteil richtete den Kommunikationslaser präzise auf Empfangsstationen auf der Erde aus — während sich das Raumschiff ständig neu orientierte. Das Ergebnis: Datenübertragungsraten, die laut NASA-Flugdirektor Rick Henfling die bisherige S-Band-Telemetrie um Größenordnungen übertrafen. Hochauflösende Videos und Bilder von der Mondoberfläche kamen so in Echtzeit auf der Erde an.

Das Gimbal-System lieferte AeroVironment bereits 2023 an die NASA. Es entstand in Zusammenarbeit mit dem MIT Lincoln Laboratory und dem NASA Goddard Space Flight Center. Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben über 150 Subsysteme für Weltraummissionen gebaut.

Goodwill-Abschreibung trifft das Raumfahrtsegment hart

Die technische Leistung steht in scharfem Kontrast zur Finanzlage. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete AeroVironment einen operativen Verlust von 179 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor lag der Verlust bei 3,1 Millionen Dollar.

Der Hauptgrund: eine Goodwill-Abschreibung von 151,3 Millionen Dollar im Raumfahrtsegment. Auslöser war ein Stop-Work-Order für das SCAR-Programm der U.S. Space Force — bislang AeroVironnments größter Einzelvertrag mit einem erwarteten Volumen von rund 1,4 Milliarden Dollar. Das Programm liegt auf Eis. Ob es fortgesetzt, aufgeteilt oder ganz gestrichen wird, ist offen. Raymond James stufte die Aktie im März von „Strong Buy“ auf „Underperform“ herab und verwies auf genau diese Unsicherheit.

Die Aktie hat seit Oktober 2025 rund 30 Prozent verloren. Vom Allzeithoch liegt sie etwa 55 Prozent entfernt.

Neues Führungsteam, neues Drohnenprodukt

AeroVironment baut parallel seinen Vorstand um. Sean T. Woodward übernimmt ab 1. Mai 2026 den Posten des Finanzchefs. Er kommt aus den eigenen Reihen — seit 2010 ist er im Unternehmen tätig, zuvor arbeitete er bei General Dynamics und Honeywell Aerospace. Sein Jahresgehalt liegt bei 515.000 Dollar. Dr. Robert Smith, zuvor bei Raytheon, ist seit 13. April als Chief Operating Officer an Bord und verantwortet die Geschäftsbereiche Autonome Systeme sowie Raumfahrt und gerichtete Energie.

Ebenfalls am 15. April stellte AeroVironment das MAYHEM 10 vor — ein unbemanntes Luftsystem für Präzisionsschläge, Aufklärung und elektronische Kriegsführung. Das System soll in der Spitze 240 Einheiten pro Monat produzierbar sein. Die Serienproduktion beginnt noch in diesem Jahr, Pentagon-Aufträge liegen bislang allerdings nicht vor.

Das Artemis-II-Projekt zeigt, dass AeroVironment technisch liefern kann. Ob das reicht, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wird der Fortgang des SCAR-Verfahrens und die Auftragslage beim MAYHEM 10 in den kommenden Quartalen zeigen müssen — konkret: spätestens mit den Zahlen zum vierten Quartal im Sommer 2026.

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