Agco Aktie: TAFE verkauft 492.418 Anteile
AGCO verzeichnet im zweiten Quartal weniger Umsatz und reduziert die Prognose für 2026. UBS und Citigroup senken ihre Kursziele.

- Quartalsumsatz sinkt auf 2,6 Milliarden Dollar
- Jahresprognose für 2026 nach unten angepasst
- UBS und Citigroup reduzieren Kursziele
- Neue Finanzchefin übernimmt zum August
Der US-Landmaschinenhersteller AGCO steht vor einem herausfordernden zweiten Halbjahr. Nachdem das Unternehmen Ende Juli seine Geschäftsziele für das laufende Jahr nach unten korrigiert hat, bestimmen vorsichtige Analystenstimmen und personelle Veränderungen an der Spitze das Bild. Trotz der operativen Gegenwinde weist die Aktie seit Jahresbeginn ein Plus von 7,7 % auf.
Schwache Nachfrage belastet Jahresausblick
Die jüngsten Quartalszahlen verdeutlichen die schwierige Lage im Agrarsektor. AGCO meldete für das zweite Quartal einen Nettoumsatz von 2,6 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 1,0 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Besonders in Europa und Lateinamerika zeigten sich Landwirte aufgrund hoher Betriebsmittelkosten und Finanzierungsraten zurückhaltend. Die bereinigte operative Marge sank um 170 Basispunkte auf 6,6 %. Belastend wirkten neben geringeren Absatzvolumina auch gestiegene Inputkosten sowie Zollabgaben.
In der Folge passte das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Der erwartete Umsatz wurde auf eine Spanne von 10,1 bis 10,2 Milliarden US-Dollar gesenkt, nachdem zuvor 10,5 bis 10,7 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) rechnet AGCO nun mit 5,50 bis 5,75 US-Dollar statt der ursprünglich angepeilten 5,80 bis 6,10 US-Dollar.
Analysten reagieren mit Kurszielanpassungen
Das Marktumfeld und die reduzierte Guidance führten zu einer Reihe von Neueinstufungen durch Bankhäuser. Die Analysten der UBS senkten am 4. August ihr Kursziel für AGCO von 123 auf 114 US-Dollar und behielten die Einstufung „Neutral“ bei.
Als Grund nannten sie das Potenzial für weitere Einschnitte in den Regionen Lateinamerika und Europa. Dennoch wurde angemerkt, dass eine Unterproduktion im laufenden Jahr den Grundstein für eine Erholung im Jahr 2027 legen könnte.
Ähnlich positionierte sich Citigroup am 3. August. Das Institut reduzierte den Zielwert von 125 auf 115 US-Dollar bei einer weiterhin neutralen Bewertung. Damit reagierten die Experten auf die verfehlten Konsensschätzungen bei Umsatz und Ergebnis. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 95,50 € und notiert damit etwa 3,0 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage von 98,41 €.
Insiderverkäufe und personelle Neuausrichtung
Flankiert wurde die operative Schwächephase von signifikanten Transaktionen durch Großaktionäre. Der Hauptaktionär TAFE (Tractors and Farm Equipment Ltd) veräußerte am 5. August rund 492.418 Anteile zu einem Durchschnittspreis von 115,33 US-Dollar, was einer Reduzierung der Position um etwa 14 % entsprach. Auch im Management kam es zu Verkäufen: Luis Fernando Felli trennte sich am 11. August von rund 15.000 Aktien.
Gleichzeitig ordnete AGCO seine Führungsstruktur neu. Zum 1. August übernahm Indira Agarwal, die bisherige Leiterin des Rechnungswesens, den Posten der Finanzchefin (CFO). Sie folgt auf Damon Audia, der nun das Segment für Präzisionslandwirtschaft (PTx) sowie die Unternehmensstrategie leitet.
Strategisch setzt das Unternehmen weiterhin auf technologische Innovationen: Am Mittwoch präsentierte der Konzern auf der Farm Progress Show in den USA neue Lösungen der Marken Fendt und Massey Ferguson sowie autonome Nachrüstsysteme der Sparte PTx, um die Effizienz für Landwirte zu steigern.
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