Air Berlin: Droht hier die Bruchlandung?

Die Fluggesellschaft Air Berlin stellte gestern Abend ihre Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Mit der Vorlage wurde auch klar, dass kaum eines der Probleme des Unternehmens vor einer wirklichen Lösung steht.

© Air Berlin
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Air Berlin vergrößerte letztlich die Verluste und ist nach wie vor gezeichnet von einer hohen Verschuldung, nicht vorhandenem Eigenkapital und einer deutlichen Schwäche im operativen Bereich.

Air Berlin im Minus so weit das Auge reicht

Die Umsätze im letzten Geschäftsjahr entwickelten sich mit 4,08 Mrd. Euro weiter rückläufig. Wie der Konzern mitteilte, habe man im letzten Jahr kaum von den niedrigeren Spritpreisen profitiert, was sich laut Aussage von Konzernchef Stefan Pichler in diesem Jahr ändern soll. Hier will der Konzern von der günstigen Preisentwicklung für Kerosin profitieren und stellte die Zahl von 250 Mio. Euro dafür in den Raum.

Weiter nach unten ging es auch beim operativen Ergebnis. Nach -293,8 Mio. Euro im Vorjahr sank das EBIT auf -307 Mio. Euro. Stark verschlechtert entwickelte sich das EBITDA von -196,8 Mio. Euro im Vorjahr auf -260,9 Mio. Euro.

So wundert es kaum, dass das Finanzergebnis von zuvor -85,6 Mio. Euro auf -120,5 Mio. Euro weiter gesunken ist. Nach Steuern lag das Ergebnis bei -430,7 Mio. Euro und der Nettoverlust wurde von zuvor 376,7 Mio. Euro auf 446,6 Mio. Euro ausgeweitet.

Konzern ohne Eigenkapital

Der rote Faden zieht sich somit quer durch die Bilanz. Das Eigenkapital mit -799,4 Mio. Euro nach -415,6 Mio. Euro macht zudem deutlich, dass keine der bisher erfolgten Maßnahmen wirklich einen Weg aus der Krise aufzeigen konnte.

Air Berlin soll gemeinsam mit den Großaktionären weiter nach Möglichkeiten suchen, wieder in die Profitabilität zurückzukehren. Leicht wird das nicht, denn die Konkurrenz ist groß und entsprechend tobt auch ein Preiskampf unter den Airlines.

Etihad will weitermachen

So kamen Meldungen über eine Kooperation mit der Billig-Airline Easyjet ins Gespräch oder auch eine Kooperation oder Fusion mit Alitalia, an der der Großaktionnär Etihad ebenfalls eine Beteiligung hält.

Auf die Schnelle werden solche Maßnahmen jedoch kaum umgesetzt werden können. Beispielsweise müsste sich Air Berlin bei einer Fusion mit Alitalia von der Börse verabschieden und ein solches Delisting geht nicht von einem Tag auf den anderen.

Etihad selbst will der Fluggesellschaft weiter den Rücken stärken und wies darauf hin, dass man mit diesem Investment sehr hohe Renditen einfährt. Konzernchef James Hogan nannte die Summe von mehr als 500 Mio. Dollar als Höhe der Erträge aus dieser Beteiligung. Zugleich läge der zusätzliche Umsatz für Etihad bei mehr als 150 Mio. Dollar.

160428 Air Berlin

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