Airbus: 50 Prozent mehr Aufträge im Jahresvergleich

Airbus verzeichnet einen Rekordauftragseingang, kämpft aber mit Lieferverzögerungen. Analysten zeigen sich gespalten, während die Aktie leicht nachgibt.

Die Kernpunkte:
  • Rekordbestellungen im Jahresauftakt
  • Auslieferungen bleiben hinter Vorjahr
  • Analysten uneins über Aktienbewertung
  • OHB droht mit Klage gegen Satellitenfusion

Mehr Bestellungen als je zuvor in einem Jahresauftakt— und trotzdem hinkt Airbus beim Ausliefern hinterher. Das Spannungsfeld zwischen boomender Nachfrage und hartnäckigen Lieferkettenproblemen prägt das Bild des europäischen Flugzeugbauers im April 2026.

Auslieferungen: Monatsplus, aber Jahresrückstand

Im April übergab Airbus 67 Maschinen an 39 Kunden— elf mehr als im Vorjahresmonat. Das klingt nach Fortschritt. Der Blick auf die ersten vier Monate des Jahres relativiert das jedoch: Mit 181 ausgelieferten Jets liegt das Unternehmen rund sechs Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, als 192 Maschinen den Weg zu den Kunden fanden.

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CEO Guillaume Faury hält dennoch am Jahresziel von rund 870 Auslieferungen fest. Die Bremsen kommen von außen: Triebwerksengpässe bei Pratt & Whitney, knappe Komponenten und bürokratische Verzögerungen in einzelnen Märkten— darunter China— verlangsamen den Hochlauf. Das Lieferprogramm für April war vom Schmalrumpfsegment dominiert, allen voran A320neo und A321neo.

Auftragseingang auf Rekordkurs

Auf der Verkaufsseite läuft es deutlich besser. Im April gingen 28 Bruttobestellungen ein, darunter 15 A350-900 von nicht namentlich genannten Kunden. Kumuliert über die ersten vier Monate summieren sich die Bruttobestellungen auf 436 Einheiten— ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach Stornierungen verbleiben netto 405 Bestellungen.

Diese Zahlen signalisieren eine robuste Nachfrage. Ob Airbus die Produktionskapazitäten schnell genug hochfahren kann, um diesen Auftragspolster abzuarbeiten, bleibt die eigentliche operative Herausforderung.

Analysten gespalten, Kurs unter Druck

RBC Capital Markets bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 200 Euro und verwies auf den starken Monatsanstieg bei den Auslieferungen. Jefferies blieb zurückhaltender mit einer neutralen Einschätzung und einem Kursziel von 185 Euro.

Die Aktie schloss am Freitag bei 181,38 Euro— ein Tagesverlust von gut einem Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht allerdings ein Plus von rund 14 Prozent zu Buche.

Satellitensparte im Visier der Wettbewerbshüter

Abseits der Aviatik braut sich ein rechtlicher Konflikt zusammen. Der deutsche Raumfahrtkonzern OHB hat angekündigt, rechtliche Schritte zu prüfen, sollte die EU-Kommission das sogenannte „Project Bromo“ genehmigen. Dahinter steckt eine geplante Fusion der Satellitendivisionen von Airbus, Thales und Leonardo zu einem gemeinsamen europäischen Satellitenhersteller.

OHB befürchtet, dass die Transaktion den Wettbewerb im europäischen Raumfahrtmarkt aushöhlt und Lieferketten destabilisiert. Die EU-Wettbewerbsbehörden prüfen den Zusammenschluss derzeit— ein Ergebnis ist noch offen. Für Airbus käme ein Veto oder ein langwieriges Verfahren zur Unzeit: Die Raumfahrtsparte soll eigentlich als strategisches Gegengewicht zur zivilen Luftfahrt gestärkt werden.

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