Airbus Aktie: 5-Milliarden-Rückkauf genehmigt

Airbus meldete im ersten Halbjahr höhere Ergebnisse, bestätigte die Jahresziele und plant bis 2029 ein bereinigtes EBIT von 12 bis 13 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Aktienrückkauf über fünf Milliarden Euro
  • Halbjahresumsatz steigt auf 33,2 Milliarden
  • Analysten erhöhen Gewinn- und Kursziele
  • Aktie verliert binnen sieben Tagen 5,9 Prozent

Während sich der Blick der Anleger zuletzt auf Auslieferungszahlen und Streikfolgen richtete, rückt bei Airbus ein anderes Kapitel in den Vordergrund: die Kapitalrückführung an die Aktionäre.

Der Verwaltungsrat des Flugzeugbauers genehmigte am 22. Juli ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro, das über drei Jahre laufen soll. Gleichzeitig gab das Unternehmen an diesem Tag ein neues Mittelfristziel aus: Bis 2029 soll das bereinigte EBIT auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen.

Solide Basis aus dem ersten Halbjahr

Die Grundlage für diese Ambition legte Airbus mit den Zahlen zum ersten Halbjahr, die am 29. Juli vorgelegt wurden. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, getragen von Rekordauslieferungen im Verkehrsflugzeuggeschäft und einer starken Entwicklung der Rüstungs- und Raumfahrtsparte. Das bereinigte EBIT stieg auf 2,7 Milliarden Euro, was einer Marge von 8,2 Prozent entspricht, nach 2,2 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn erreichte 2,24 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie kletterte von 1,93 auf 2,84 Euro. Zusammen mit den Halbjahreszahlen bekräftigte Airbus am selben Tag seine Jahresprognose: rund 870 Flugzeugauslieferungen, ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro und einen freien Cashflow vor Kundenfinanzierung von 4,5 Milliarden Euro.

Diese Kombination aus laufender Ergebnisstärke und langfristigem Renditeversprechen dürfte erklären, warum Analysten trotz kurzfristiger operativer Fragezeichen an ihren positiven Einschätzungen festhalten.

Die Erste Group Bank hob am 27. August ihre Gewinnschätzung für das Geschäftsjahr 2026 leicht an, auf 2,13 US-Dollar je Aktie von zuvor 2,10 US-Dollar. Bereits am 14. August hatte Morgan Stanley das Kursziel von 227 auf 255 Euro angehoben und die Einstufung Overweight bestätigt.

Kursbild bleibt angespannt

Von der langfristigen Zuversicht der Analysten ist im aktuellen Kursverlauf wenig zu spüren. Die Aktie notiert bei 194,24 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 5,9 Prozent verloren, auf Monatssicht sogar 6,6 Prozent.

Der Titel liegt damit rund 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das am 13. Januar erreicht wurde. Der relative Stärkeindex von 35,1 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, was angesichts der zuletzt schwachen Kursentwicklung wenig überrascht.

Der Widerspruch zwischen operativer Substanz und Kursschwäche wirft die Frage auf, wie nachhaltig die Zuversicht der Investmenthäuser tatsächlich trägt.

Das Rückkaufprogramm signalisiert zumindest, dass das Management selbst von der finanziellen Stärke des Konzerns überzeugt ist – schließlich bindet ein Volumen von 5 Milliarden Euro über drei Jahre erhebliche Mittel, die sonst in Wachstumsinvestitionen fließen könnten.

Für Anleger bedeutet das 2029er-Ziel von 12 bis 13 Milliarden Euro bereinigtem EBIT gegenüber der aktuellen Prognose von 7,5 Milliarden Euro für 2026 eine deutliche Wachstumserwartung über die kommenden Jahre – vorausgesetzt, die operative Lieferkette hält mit den ambitionierten Zielen Schritt.

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