Airbus Aktie: 89 Maschinen im Juni
Airbus liefert 351 Flugzeuge aus und prognostiziert globalen Bedarf von über 42.000 neuen Maschinen bis 2045.

- 351 Flugzeuge an 77 Kunden ausgeliefert
- Juni-Auslieferungen um 41 Prozent gesteigert
- Marktprognose: 42.060 neue Flugzeuge nötig
- Philippine Airlines bestätigt neun A350-1000
Im ersten Halbjahr 2026 hat der europäische Luftfahrtkonzern Airbus seine operativen Ziele mit der Auslieferung von insgesamt 351 Flugzeugen an 77 Kunden unterstrichen. Allein im Monat Juni übergab das Unternehmen 89 Maschinen an 49 Abnehmer, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Steigerung von 41 Prozent entspricht. Parallel zur aktuellen Dynamik sicherte sich Airbus 71 neue Bestellungen im Juni und veröffentlichte eine umfassende Marktprognose, die von einer massiven Ausweitung des globalen Luftverkehrs bis zum Jahr 2045 ausgeht.
Strategische Prognose: Globaler Bedarf von 42.060 Flugzeugen
Laut dem Airbus Global Market Forecast (GMF) für den Zeitraum 2026 bis 2045 wird sich das weltweite Passagieraufkommen bis 2045 nahezu verdoppeln und ein Niveau von rund 10 Milliarden Reisenden pro Jahr erreichen. Airbus kalkuliert mit einem jährlichen Verkehrswachstum von 3,9 Prozent. Um diesen Bedarf zu decken, seien in den nächsten zwei Jahrzehnten etwa 42.060 neue Flugzeuge erforderlich. Davon entfallen 81 Prozent auf Schmalrumpfflugzeuge (Narrowbody) und 19 Prozent auf Großraummodelle (Widebody).
Das Wachstum wird maßgeblich durch eine expandierende Mittelschicht getrieben, die bis 2045 um 1,4 Milliarden Menschen anwachsen soll – ein Plus von 34 Prozent. Besonders Regionen wie Indien, Vietnam, Indonesien und Malaysia gelten hierbei als zentrale Wachstumsmärkte. Ein wesentlicher Teil der Neuanschaffungen, etwa 19.820 Maschinen, ist für den Ersatz älterer, weniger effizienter Flugzeuge vorgesehen. Airbus geht davon aus, dass bis 2045 nahezu die gesamte weltweite Flotte aus Modellen der neuesten Generation bestehen wird, während dieser Anteil heute noch bei 39 Prozent liegt.
Auftragsdynamik und technische Optimierungen beim A350
Ein aktueller Markterfolg zeichnet sich in Südostasien ab: Philippine Airlines hat die Bestellung von neun Airbus A350-1000 im Rahmen einer größeren Flottenerweiterung bestätigt. Diese Maschinen sollen auf internationalen Langstrecken eingesetzt werden, wobei eine formelle Bekanntgabe auf der Farnborough Airshow im Juli 2026 erwartet wird. Im Bereich der Großraumflugzeuge zeigt sich zudem eine Stabilisierung der Marktpreise für den A350-1000. Während der Listenpreis offiziell bei 366 Millionen US-Dollar liegt, bewegen sich die tatsächlichen Marktpreise im Jahr 2026 je nach Auftragsvolumen zwischen 180 und 230 Millionen US-Dollar.
Zusätzlich konnte Airbus ein langjähriges technisches Problem beilegen. Durch eine Neugestaltung des Blitzschutzes beim A350, bei dem von expandierter Kupferfolie (ECF) auf perforierte Kupferfolie (PCF) umgestellt wurde, konnte das Problem der Lackrissbildung reduziert werden. Dies führte bereits zuvor zur gütlichen Einigung im Rechtsstreit mit Qatar Airways.
Handelspolitik und Analysteneinschätzungen
Flankiert wird die Geschäftsentwicklung durch eine Entscheidung aus Washington. US-Präsident Trump hat sich am 9. Juli 2026 gegen die Einführung von Zöllen auf Verkehrsflugzeuge und Flugzeugteile ausgesprochen, was eine potenzielle Belastung für die transatlantischen Lieferketten abwendet.
Die Airbus-Aktie notierte zum Handelsschluss am Freitag bei 48,60 €, was einem Rückgang von 0,82 % entspricht. Damit liegt das Papier seit Jahresbeginn ebenfalls mit 0,82 % im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das am 12. Januar 2026 bei 55,00 € markiert wurde, beträgt aktuell -11,64 %. Dennoch notiert der Kurs 7,23 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 45,32 €. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 153,04 Milliarden €.
Analysten zeigen sich mehrheitlich zuversichtlich. Goldman Sachs führt Airbus als Teil des sogenannten „HALO-Trades“ (Heavy Assets, Low Obsolescence) und empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Der Konsens von 23 Analysten liegt bei einem „Buy“-Rating mit einem durchschnittlichen Kursziel von 214,18 €. Während Häuser wie UBS, RBC und Goldman Sachs Kaufempfehlungen aussprechen, stufte AlphaValue/Baader Europe den Wert am 3. Juli auf „Reduce“ herab. Jefferies bleibt mit einer „Neutral“-Bewertung hingegen vorsichtig positioniert. Für den 29. Juli 2026 ist die Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse angekündigt.
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