Airbus Aktie: 99 Maschinen monatlich für Jahresziel

Airbus setzt den Streik in Spanien vorerst aus, muss für rund 870 Jahresauslieferungen aber deutlich mehr Tempo als im August erreichen.

Die Kernpunkte:
  • Streikpause trotz knapper Belegschaftsabstimmung
  • Finales Referendum bleibt noch offen
  • August brachte 57 Flugzeugauslieferungen
  • 67 Verkäufe stärken den Auftragsbestand

Airbus muss sich gleich mit zwei Baustellen auseinandersetzen, die den Ausblick auf die zweite Jahreshälfte belasten. Am Mittwoch entschied sich das Streikkomitee an den spanischen Airbus-Standorten, den unbefristeten Ausstand vorerst auszusetzen – obwohl die Belegschaft in einer Abstimmung mehrheitlich für eine Fortsetzung votiert hatte. Parallel zeigen frische Auslieferungszahlen, wie eng das Zeitfenster für die Jahresprognose wird.

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 195,44 Euro und büßte 2,3 Prozent ein. Damit liegt das Papier rund 3 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 201,58 Euro und knapp 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, das Airbus im Januar erreicht hatte. Der RSI von knapp 40 signalisiert eine eher schwache Kursdynamik, ohne dass die Aktie bereits als überverkauft gelten würde.

Nur 67 Stimmen entschieden über die Streikpause

Das Ergebnis der Belegschaftsabstimmung war denkbar knapp: 51,23 Prozent votierten für die Fortsetzung des Ausstands, 48,7 Prozent für eine Pause – eine Differenz von gerade einmal 67 Stimmen.

Die Gewerkschaften UGT, CGT und ÚTIL entschieden sich dennoch, die Arbeitsniederlegungen ab Mittwoch auszusetzen. Sie begründeten den Schritt damit, dass das Resultat zu knapp ausgefallen sei und vier der sechs betroffenen Werke sich für eine Suspendierung ausgesprochen hätten.

Die Entscheidung folgt auf eine Verständigung, die Airbus mit den Gewerkschaften UGT, ATP, CCOO und SIPA – zusammen rund 88 Prozent der gewerkschaftlichen Vertretung – unter Vermittlung des spanischen Industrieministeriums erzielt hatte, vor etwas mehr als einer Woche.

Diese Einigung soll nun in einem verbindlichen Referendum der Belegschaft in Spanien zur Abstimmung stehen. Die Aussetzung des Streiks verschafft dem Konzern zumindest kurzfristig Planungssicherheit in der Produktion, auch wenn der Ausgang des finalen Votums offen bleibt.

Auslieferungsziel erfordert Kraftakt im Schlussquartal

Neben dem Tarifkonflikt rückt der Zeitdruck bei den Auslieferungen in den Fokus. Im August lieferte Airbus 57 Verkehrsflugzeuge aus – ein Tempo, das den Konzern bei seinem Jahresziel von rund 870 Auslieferungen zunehmend unter Druck setzt.

Medienberichten zufolge müsste Airbus in den verbleibenden vier Monaten des Jahres im Schnitt fast 99 Maschinen pro Monat ausliefern, um die Zielmarke zu erreichen. Das wäre ein deutlich höheres Tempo als im August erzielt.

Auf der Auftragsseite lief es im gleichen Monat besser: Airbus verkaufte 67 Flugzeuge, darunter acht A350F-Frachter an einen bislang nicht genannten Kunden. Das bestätigt den soliden Bestellrückstand, ändert aber nichts an der operativen Herausforderung, die Produktion in den letzten Monaten des Jahres spürbar zu beschleunigen.

Zusätzliche Unsicherheit bringt eine Verlangsamung bei den A330neo-Auslieferungen, nachdem Anfang September ein vergessenes Werkzeug im Heckbereich einer Maschine entdeckt wurde.

Solche Qualitätsprobleme sind für sich genommen keine strukturelle Bedrohung, summieren sich aber mit dem Streikrisiko und dem engen Zeitplan zu einem Bündel operativer Störfaktoren, das Anleger im Blick behalten dürften. Der nächste Quartalsbericht, der am 28. Oktober ansteht, dürfte zeigen, ob Airbus den nötigen Endspurt bei den Auslieferungen tatsächlich schafft.

Anzeige

Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 10. September liefert die Antwort:

Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Airbus