Airbus Aktie: A220-500 fällt für Farnborough aus

Airbus liefert im Mai 81 Flugzeuge aus, ein Jahresrekord. Doch das ambitionierte Ziel von 870 Auslieferungen 2026 bleibt durch Lieferkettenprobleme gefährdet.

Die Kernpunkte:
  • 81 Flugzeuge im Mai ausgeliefert
  • Einmaleffekt durch China-Lieferungen
  • Jahresziel von 870 Maschinen in Gefahr
  • A220-500-Start in Farnborough abgesagt

Airbus hat im Mai so viele Flugzeuge ausgeliefert wie noch nie in diesem Jahr. Hinter der starken Zahl steckt allerdings ein Einmaleffekt — und das eigentliche Jahresziel rückt damit nicht näher.

81 Auslieferungen im Mai: Rekord mit Fußnote

81 Maschinen an 45 Kunden — das ist der beste Monat des Jahres für Airbus. Im Vergleich zum Mai 2025 entspricht das einem Plus von 59 Prozent. Zum Vergleich: Der bisherige Monatsspitzenwert 2026 lag bei 67 Maschinen im April.

Ein wesentlicher Treiber war die Wiederaufnahme von Lieferungen nach China. Zuvor hatte ein administratives Problem die Übergaben verzögert. Airbus baute also aufgestauten Lagerbestand ab — tatsächlich produziert hatte der Konzern im Mai nur rund 70 Prozent der ausgelieferten Maschinen.

Die Auslieferungen verteilten sich auf 11 A220-300, 20 A320neo, 41 A321neo sowie einige Widebody-Varianten. Auf der Auftragseite kamen 379 Bruttobestellungen hinzu, darunter 164 A321neo und 10 A350-900 für die Lufthansa.

Das Jahresziel: Rechnung wird schwieriger

Nach fünf Monaten steht Airbus bei 262 ausgelieferten Maschinen. Das Ziel für 2026 lautet 870 Flugzeuge. Um das zu erreichen, müsste Airbus in jedem der verbleibenden sieben Monate durchschnittlich rund 86 Maschinen ausliefern — mehr als je zuvor in einem Einzelmonat dieses Jahres.

Anhaltende Lieferkettenprobleme erschweren den Hochlauf. Der Auftragsbestand von 9.247 Maschinen sichert zwar rechnerisch mehr als zehn Jahre Produktion. Für das laufende Jahr ist das jedoch kein Trost.

A220-500: Farnborough fällt aus

Parallel läuft eine strategische Entscheidung aus dem Ruder. Airbus hatte Interessenten früh in diesem Jahr auf eine mögliche Ankündigung der A220-500 beim Farnborough Airshow Ende Juli eingestimmt. Nun ist das vom Tisch. Ein leitender Airbus-Manager erklärte, ein Start in Farnborough sei „nicht wahrscheinlich“. Ganz ausgeschlossen ist eine Ankündigung noch in diesem Jahr allerdings nicht.

Das Zögern hat mehrere Gründe. Leasinggesellschaften befürchten, dass ein neues Modell die Restwerte bestehender A320-Flotten drückt. Technisch steht die Reichweite im Fokus: Air Canadas Betriebschef Mark Nasr nannte sie als offene Frage. Hinzu kommen Bedenken wegen der Haltbarkeit der Pratt-&-Whitney-Triebwerke im bestehenden Flottensegment.

CEO Guillaume Faury formulierte es im April so: „Es ist eine Frage des Wann, nicht des Ob — aber jetzt ist es nicht so weit.“ Das A220-Programm schreibt weiterhin rote Zahlen und verliert Aufträge an den brasilianischen Konkurrenten Embraer. AirAsia hat zwar 150 feste A220-Bestellungen platziert und sich Optionen auf weitere 150 A220-500 gesichert — doch ohne formellen Programmstart bleibt das eine Absichtserklärung.

Aktie bleibt unter Druck

Die Airbus-Aktie schloss zuletzt bei 43,40 Euro — rund 7,8 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 47,07 Euro und gut 21 Prozent unter dem Jahreshoch von 55,00 Euro aus dem Januar. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 11,5 Prozent verloren.

Der Mai-Rekord zeigt, dass Airbus operativ Fahrt aufnimmt. Ob das reicht, um das Jahresziel von 870 Auslieferungen zu erreichen, entscheidet sich im zweiten Halbjahr — und hängt maßgeblich davon ab, ob die Lieferkette endlich stabil läuft.

Anzeige

Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 11. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Airbus