Airbus Aktie: A330-Auslieferungen laufen wieder an

Airbus behebt eine A330-Störung, während der Streik in Spanien anhält. Die Aktie liegt 8,0 Prozent unter dem Stand vor 30 Tagen.

Die Kernpunkte:
  • A330-Auslieferungen nehmen wieder Fahrt auf
  • Werkzeug als Ursache nicht bestätigt
  • Spanische Airbus-Beschäftigte streiken weiter
  • Aktie verliert binnen 30 Tagen 8,0 Prozent

Airbus hat am Mittwoch ein isoliertes Qualitätsproblem an einem Höhenleitwerk der A330 eingeräumt, das die Auslieferungen des Modells über den Sommer verlangsamt hat. Der Flugzeughersteller erklärte, die Ursache sei identifiziert, die Auslieferungen liefen inzwischen wieder an.

Medienberichten zufolge soll ein versehentlich im Flugzeug zurückgelassenes Werkzeug die Verzögerung ausgelöst haben – eine Detailangabe, die Airbus selbst nicht bestätigte. Das Unternehmen sprach lediglich von einem isolierten Qualitätsproblem.

Für Anleger ist die Einordnung entscheidend: Ein isoliertes, bereits behobenes Problem an einem einzelnen Bauteiltyp ist etwas anderes als ein strukturelles Qualitätsdefizit über die gesamte Flotte. Dass Airbus den Sachverhalt öffentlich einräumt und zugleich die Wiederaufnahme der Lieferungen verkündet, deutet auf eine zeitlich begrenzte Störung hin, nicht auf ein anhaltendes Produktionsrisiko.

Streik in Spanien hält an

Parallel zur A330-Meldung bleibt die Lage in Spanien angespannt. Gewerkschaften erklärten, tausende Airbus-Beschäftigte hätten den Streik wieder aufgenommen, nachdem sie das jüngste Lohnangebot samt Vermittlungsvorschlag abgelehnt hatten. Für den heutigen Donnerstag ist ein neuer Vermittlungstermin angesetzt.

Erst vor gut einer Woche hatte das Auftragsbuch samt Streik-Thema die Aktie kurzzeitig um 1,5 Prozent bewegt – der Konflikt schwelt also weiter und bleibt ein Belastungsfaktor für die operative Stimmung, auch wenn er die Kernproduktion bislang nicht flächendeckend lahmgelegt hat.

Bereits im August hatte Airbus sein Vorhaben abgeschwächt, die Rückkehr ins Büro strikter durchzusetzen, nachdem Gewerkschaften auch dagegen protestiert und in spanischen Werken gestreikt hatten. Das Management zog sich von den strengeren Präsenzvorgaben zurück – ein Signal, dass der Konzern derzeit auf Deeskalation im Verhältnis zur Belegschaft setzt, statt Konfrontation zu riskieren.

Nachfrageseite bleibt robust

Auf der Kundenseite zeigt sich unterdessen keine Verunsicherung. United Airlines rechnet laut Reuters mit ausreichenden Auslieferungen der A321XLR, um die eigene Europa-Expansion im kommenden Sommer zu stützen. Das ist Nachfragekontext von Kundenseite, keine Airbus-Ankündigung, unterstreicht aber, dass die Airline-Kunden trotz der Lieferverzögerungen bei der A330 an ihren Bestellplänen für andere Baureihen festhalten.

Auf der anderen Seite kündigte Qantas an, ihre zehn A380 ab Mitte 2028 auszumustern – vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Auch das ist zunächst eine Flottenentscheidung des Kunden und keine Airbus-Maßnahme, zeigt aber, wie unterschiedlich Airlines ihre Langstreckenflotten derzeit neu ausrichten.

Kurs bleibt unter Druck

Die Airbus-Aktie notiert bei 197,48 Euro und damit 1,1 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 199,76 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier 8,0 Prozent verloren, nachdem es Mitte Januar noch ein Jahreshoch von 221,25 Euro markiert hatte – der Abstand dazu beträgt aktuell 11 Prozent.

Der RSI von 41 signalisiert keine Überverkauft-Situation, deutet aber auf anhaltend schwache Dynamik hin. Die Kombination aus Lieferproblemen bei der A330 und dem ungelösten Tarifkonflikt in Spanien dürfte die Nervosität kurzfristig hochhalten, auch wenn das Grundgeschäft mit robusten Bestellungen wie jenen von United intakt bleibt.

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