Airbus Aktie: A350F-Erstflug am 24. September geplant

Airbus behält hybride Arbeitsmodelle bei und treibt den A350F-Erstflug voran. Die Aktie verliert dennoch, während Lieferkettenprobleme und ein Sicherheitsvorfall die Lage prägen.

Die Kernpunkte:
  • Homeoffice-Regelung bleibt flexibel
  • A350F-Erstflug Ende September geplant
  • Sun PhuQuoc bestellt vier A330-Jets
  • Airbus-Aktie fällt trotz Fortschritten

Airbus lockert seinen Vorstoß zur verstärkten Präsenzpflicht im Büro. Nach Protesten und Streiks teilte der Flugzeughersteller Managern mit, dass bestehende hybride Arbeitsregelungen mit durchschnittlich zwei Homeoffice-Tagen pro Woche beibehalten werden können, statt wie geplant eine Grenze von nur einem Tag durchzusetzen. Das berichtete Reuters am Freitag. Airbus betonte zugleich, weiterhin mehr Präsenz vor Ort anzustreben, wolle den Übergang aber schrittweise gestalten.

Widerstand der Belegschaft zeigt Wirkung

Der Rückzieher folgt auf wochenlangen Widerstand der Belegschaft gegen die geplante Neuregelung. Für Anleger ist die Personalfrage insofern relevant, als sie zeigt, wie stark interne Konflikte den Managementkurs beeinflussen können – auch wenn die Kursrelevanz der Personalie selbst begrenzt bleibt. Wichtiger für die operative Bewertung sind die Fortschritte bei den Flugzeugprogrammen.

A350F-Erstflug rückt näher

Beim Frachtflugzeug A350F visiert Airbus laut Reuters einen Erstflug Ende September an, Branchenkreise nannten den 24. September als bevorzugten Termin. Offiziell hält Airbus an der Vorgabe fest, den Erstflug noch in diesem Jahr durchzuführen, die erste Auslieferung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Das Programm war zuvor verzögert, ein erfolgreicher Erstflug würde ein wichtiges Etappenziel markieren.

Auf der Nachfrageseite bleibt das Bild robust: Die vietnamesische Fluggesellschaft Sun PhuQuoc Airways kündigte an, in diesem Jahr vier Airbus-A330-Maschinen zu erhalten, weitere vier sollen 2027 folgen. Die ersten beiden Jets sollen bereits im kommenden Monat eintreffen und direkt in den Liniendienst gehen.

Reuters berichtete zugleich, dass verzögerte Auslieferungen bei Airbus und Boeing ältere Jets länger im Einsatz halten und die Triebwerkskosten der Airlines erhöhen – ein Hinweis darauf, dass die Lieferengpässe der Branche insgesamt zu schaffen machen.

Sicherheitsvorfall bei Air India im Fokus

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält Airbus durch die vorläufige Analyse eines Zwischenfalls bei einer A320 von Air India. Nach einem Verlust des hydraulischen Drucks waren Höhen- und Querruder für rund vier Sekunden nicht verfügbar.

Airbus forderte daraufhin Kontrollen von Hydraulik, Sensoren und Verkabelung an, die Ursache ist nach Unternehmensangaben noch nicht geklärt. Solche Vorfälle bleiben für Investoren beobachtungswürdig, auch wenn eine abschließende Bewertung erst nach vollständiger Untersuchung möglich ist.

Kursbild bleibt uneinheitlich

Die Airbus-Aktie schloss am Freitag bei 203,50 Euro, ein Rückgang von 0,7 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht ein Minus von 5,7 Prozent zu Buche, während das Papier seit Jahresbeginn mit 3,0 Prozent im Plus liegt.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro, erreicht im Januar, notiert die Aktie derzeit rund 8 Prozent entfernt – ein Zeichen dafür, dass trotz der operativen Fortschritte bei A350F und Auftragslage noch Luft nach oben besteht, sollte sich die Nachrichtenlage weiter aufhellen.

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