Airbus Aktie: A350F-Erstflug im dritten Quartal geplant

Airbus kämpft mit Lieferrückständen durch Triebwerksmangel, während das Orderbuch auf Rekordniveau bleibt. Der A350F-Erstflug im Sommer 2026 könnte neue Impulse setzen.

Die Kernpunkte:
  • Lieferquote liegt bei nur 70 Prozent
  • Triebwerksstreit mit Pratt & Whitney
  • Orderbuch mit knapp 9.000 Flugzeugen
  • A350F-Erstflug für Sommer geplant

Mehr Bestellungen als Boeing, aber weniger Auslieferungen als geplant — bei Airbus klaffen Anspruch und Realität gerade spürbar auseinander. Das spiegelt sich im Kurs wider: Die Aktie notiert rund 23 Prozent unter ihrem Jahreshoch.

Lieferrückstand trotz Monatsführung

Im April lieferte Airbus 67 Flugzeuge an 39 Kunden aus — mehr als Boeing mit 47 Maschinen. Im Jahresvergleich liegt Boeing dennoch vorn: 190 Auslieferungen stehen 181 für Airbus gegenüber.

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Das Problem sitzt tiefer. Airbus wandelt bislang nur rund 70 Prozent der produzierten Flugzeuge in tatsächliche Auslieferungen um. Bei Boeing sind es über 93 Prozent. Der Hauptgrund: fehlende Triebwerke von Pratt & Whitney bremsen die A320neo-Produktion. Airbus hat den Hersteller bereits öffentlich unter Druck gesetzt und vertragliche Konsequenzen angedroht.

Das Jahresziel von 870 Auslieferungen rückt damit in weite Ferne. Im ersten Quartal kamen nur 114 Maschinen beim Kunden an — 22 weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank auf 12,7 Milliarden Euro, das Minus im Segment Verkehrsflugzeuge betrug 11 Prozent.

Orderbuch als Gegengewicht

Das Orderbuch erzählt eine andere Geschichte. In den ersten vier Monaten 2026 sammelte Airbus 405 Nettobestellungen ein, Boeing kam auf 284. Der Gesamtauftragsbestand liegt bei knapp 9.000 Flugzeugen — davon allein über 7.300 aus der A320neo-Familie. Beim aktuellen Auslieferungstempo entspricht das mehr als zehn Jahren Produktionsauslastung.

A350F und Cybersecurity als nächste Schritte

Ein möglicher Kurstreiber wartet im Sommer. Airbus plant den Erstflug des A350F-Frachters für das dritte Quartal 2026. Die Zertifizierung soll 2027 folgen, die Markteinführung in der zweiten Jahreshälfte 2027. Bislang hat das Programm 101 Bestellungen von 14 Kunden eingesammelt. Das Flugzeug soll bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als Vorgängermodelle vergleichbarer Kapazität.

Im Rüstungsbereich baut Airbus seine Cybersicherheitssparte aus. Nach der Übernahme von Infodas in Deutschland und der angekündigten Akquisition von Ultra Cyber in Großbritannien unterzeichnete Airbus Defence and Space nun einen Kaufvertrag für das französische Unternehmen Quarkslab. Das 2011 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeiter in Paris und Rennes. Der Abschluss steht noch unter Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird für 2026 erwartet.

Die Aktie schloss zuletzt bei 42,00 Euro — knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 39,00 Euro, aber weit entfernt vom Hoch bei 54,50 Euro. Der RSI von unter 11 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Lage. Ob der Erstflug des A350F im Sommer den nötigen Impuls liefert, hängt auch davon ab, ob Airbus den Triebwerksstreit mit Pratt & Whitney bis dahin lösen kann.

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