Airbus Aktie: A350F-Erstflug im September geplant

Airbus präsentiert den ersten fertig montierten A350F. Der Erstflug ist für September geplant, der Markteintritt 2027. Zusätzlich sichert sich der Konzern neue US-Verteidigungsaufträge.

Die Kernpunkte:
  • Erster kompletter A350F vorgestellt
  • Erstflug für September 2026 geplant
  • US-Armee bestellt zehn Lakota-Hubschrauber
  • Umsatzplus von zwölf Prozent im Halbjahr

Airbus hat den ersten komplett montierten A350F offiziell präsentiert. Die Frachtmaschine trägt eine spezielle Lackierung mit dem Schriftzug „Delivery Box“. Damit beginnt jetzt die Bodenerprobung vor dem Erstflug.

Erstflug im September geplant

Branchenkreise nennen die dritte Augustwoche im September 2026 als Zieltermin für den Jungfernflug. Offiziell hält Airbus lediglich fest, dass der Erstflug noch in diesem Jahr stattfinden soll. Insidern zufolge drängt der Konzern intern jedoch darauf, bereits im kommenden Monat mit den Tests zu starten. Verzögern sich die Vibrations- und Systemtests am Boden, könnte der Termin auf Anfang Oktober rutschen.

Der A350F ist für Airbus mehr als nur ein neues Modell. Der Frachter soll Boeings Vormachtstellung im Cargo-Geschäft angreifen. Gegenüber älteren Frachtflugzeugen verspricht die Maschine 20 Prozent weniger Treibstoffverbrauch und CO2-Ausstoß. Bereits 107 Festbestellungen liegen vor.

Der Zeitplan ist eng. Airbus braucht einen reibungslosen Start der Zertifizierungskampagne, um den geplanten Markteintritt in der zweiten Jahreshälfte 2027 zu halten.

Zusätzliche Aufträge aus dem Verteidigungsgeschäft

Neben dem Verkehrsflugzeug-Geschäft läuft es auch bei Militär- und Hubschraubersparte rund. Die US-Armee hat Airbus Helicopters Inc. am 14. August 2026 einen Festpreisauftrag über 115,4 Millionen Dollar erteilt. Bestellt werden zehn UH-72B Lakota Leichthubschrauber.

Zieht die Armee zwei optionale Einheiten, klettert der Gesamtwert des Auftrags auf bis zu 140,7 Millionen Dollar. Gebaut werden die Maschinen in Columbus, Mississippi. Die Auslieferung ist zwischen 2027 und 2029 geplant.

Volle Auftragsbücher, steiler Lieferplan

Der Fortschritt beim A350F und die neuen Verteidigungsaufträge fallen in eine Phase, in der Airbus einen gewaltigen Auftragsbestand von mehr als 9.200 Flugzeugen verwaltet. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Konzern sein Ziel von rund 870 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen.

Im ersten Halbjahr hat Airbus 350 Maschinen ausgeliefert. Für die zweite Jahreshälfte bleiben damit rund 520 Übergaben – ein Kraftakt für die Produktion.

Die Geschäftszahlen des ersten Halbjahrs 2026 zeigen deutliches Wachstum. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 23 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zu, der Nettogewinn sprang sogar um 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz dieser Erfolge steckt die Raumfahrtsparte mitten in einer Restrukturierung. Grund ist eine Abschreibung von 989 Millionen Euro aus dem laufenden Jahr. Bis Mitte 2026 will Airbus in diesem Bereich rund 2.500 Stellen streichen, um die Kostenstruktur zu straffen.

Aktie unter Druck, langfristig im Aufwärtstrend

An der Börse zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild. Die Airbus-Aktie notiert bei 204,00 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen 4,2 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 3,3 Prozent zu Buche.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro trennen das Papier aktuell 7,8 Prozent. Mit einem RSI von 47,9 ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft – Anleger wägen derzeit sichtbar zwischen den Perspektiven des A350F und den Risiken der Produktionshochlauf-Phase ab.

Der eigentliche Prüfstein für das Frachterprogramm kommt im September. Gelingt der Testflug wie intern angestrebt, wäre das ein wichtiges Signal für den geplanten Markteintritt 2027.

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