Airbus Aktie: Bund sieht die Industrie in der Bringschuld
Munitionsprobleme bremsen die Kampfrolle des H145; die Airbus-Aktie zeigte im Xetra-Handel kaum Bewegung.

- Probleme mit Kanonenmunition verzögern Bewaffnung
- Bundesrechnungshof kritisiert Projektplanung
- Auftrag umfasst rund 2,5 Milliarden Euro
- Airbus-Aktie stieg zeitweise um 0,5 Prozent
Der neue Leichte Kampfhubschrauber der Bundeswehr kann fliegen, aber noch nicht kämpfen. Das Verteidigungsministerium bestätigt Verzögerungen beim H145-Projekt von Airbus. An der Börse ließ die Nachricht die Anleger weitgehend kalt.
Probleme bei der Bordkanone
Auslöser sind Schwierigkeiten mit der Munition für die Bordkanone. Der Bundesrechnungshof hält in einem Bericht an den Bundestag fest, der Helikopter könne „zwar fliegen, aber auf absehbare Zeit noch nicht kämpfen“. Hinzu kommen aus Sicht der Prüfer Mängel bei der Planung des Vorhabens.
Ein Sprecher des Ministeriums räumte die Probleme ein. Man stehe in engem Austausch mit dem Rechnungshof, ein Zeitplan existiere. Entscheidend sei jedoch ein „signifikanter Fortschritt bei der Bereitstellung der Fähigkeiten“. Die Industrie stehe klar in der „Bringschuld“. Das ist eine deutliche Ansage an Airbus.
Milliardenauftrag mit Ausbaustufen
Der Auftrag hat ein Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Airbus soll Versionen der H145 als Leichten Kampfhubschrauber (LKH) liefern. Die Maschine ist bislang vor allem als Rettungs- und Polizeihubschrauber bekannt. Die Bundeswehr setzt sie bereits als Transporthubschrauber für Spezialkräfte und als Rettungsflieger ein.
Für die Kampfrolle ist zusätzlich eine Bewaffnung mit israelischen Panzerabwehrraketen vorgesehen. Genau diese Bewaffnung verzögert sich nun.
Börse bleibt gelassen
Die Aktie reagierte kaum. Im Xetra-Handel legte sie zeitweise um 0,5 Prozent auf 193,40 Euro zu. Marktteilnehmer scheinen das Thema als Einzelprojekt einzuordnen, das den Konzern insgesamt nicht aus der Bahn wirft. Der Hubschrauberauftrag macht im Vergleich zum Kerngeschäft mit Verkehrsflugzeugen nur einen kleinen Teil aus.
Ob die Kritik Folgen für Zahlungen oder Termine hat, ist offen. Konkrete Fristen für die Kampfbereitschaft nannte das Ministerium nicht. Der Bericht des Rechnungshofes dürfte die Debatte im Bundestag über das Projekt allerdings weiter anheizen.
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