Airbus Aktie: Eric Kirstetter neuer Strategiechef
Airbus holt Roland-Berger-Berater Kirstetter als Strategiechef. Er muss Lieferprobleme lösen und das Verteidigungsgeschäft ausbauen.

- Eric Kirstetter wird neuer Strategievorstand
- Lieferziel von 870 Flugzeugen bleibt ambitioniert
- A350F-Frachter absolviert bald ersten Testflug
- Airbus baut Cybersecurity-Sparte durch Zukäufe aus
Airbus wechselt an einer Schlüsselstelle der Konzernführung. Eric Kirstetter, langjähriger Berater bei Roland Berger, soll am 18. Mai die Strategieabteilung übernehmen. Der Schritt kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Der Konzern muss Lieferprobleme lösen, sein Verteidigungsgeschäft schärfen und neue Wachstumsfelder sortieren.
Die Aktie zeigt bereits, dass der Markt wenig Geduld hat. Am Mittwoch schloss sie bei 42,80 Euro, auf Wochensicht liegt sie mehr als zehn Prozent im Minus, seit Jahresanfang knapp 13 Prozent. Das ist kein Absturz aus dem Nichts, aber ein klares Signal: Anleger reagieren empfindlich auf operative Verzögerungen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Airbus?
Beraterprofil für eine schwierigere Welt
Kirstetter wird Executive Vice President Strategy und berichtet direkt an Konzernchef Guillaume Faury. Er folgt auf Matthieu Louvot, der für die Führung von Airbus Helicopters nominiert wurde.
Der neue Strategiechef bringt Erfahrung aus Wachstumsprogrammen, Transformationen und M&A-Projekten mit. Seine Arbeit bei Roland Berger berührte unter anderem Automobilindustrie, Luftfahrt und Verteidigung. Genau diese Mischung passt zur aktuellen Lage des Konzerns.
Faury sprach von einem „kritischen Zeitpunkt“. Kirstetters Erfahrung in mehreren Industrien, besonders in Luftfahrt und Verteidigung, solle helfen, geopolitische und technologische Veränderungen in strategische Chancen zu übersetzen. Das klingt nach Managementsprache, beschreibt aber ein reales Problem: Airbus muss nicht nur mehr Flugzeuge liefern, sondern auch Europas sicherheitspolitische Neuordnung nutzen.
Lieferziel bleibt der harte Prüfstein
Operativ hängt viel am Hochlauf der Produktion. Im April lieferte Airbus 67 Flugzeuge aus; seit Jahresbeginn waren es 181 Maschinen. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 192.
Der Rückstand ist nicht dramatisch, aber er kommt zur falschen Zeit. Engpässe bei Pratt-&-Whitney-Triebwerken und administrative Verzögerungen in China haben den Jahresstart gebremst. Der Konzern peilt für 2026 weiter rund 870 Auslieferungen an. Dazu kommen Ziele von etwa 7,5 Milliarden Euro bereinigtem EBIT und rund 4,5 Milliarden Euro Free Cashflow vor Kundenfinanzierungen.
Für Kirstetter heißt das: Strategie bleibt bei Airbus nicht auf PowerPoint-Folien beschränkt. Die langfristige Roadmap muss zur industriellen Realität passen. Gerade im Flugzeugbau entscheidet die Lieferkette oft stärker über Wachstum als die Nachfrage.
A350F und Cybersecurity rücken nach vorn
Auf der Produktseite dürfte der A350F früh Aufmerksamkeit binden. Der erste Testflug eines der beiden Frachter-Testflugzeuge ist für das dritte Quartal vorgesehen. Die Markteinführung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, sofern die Zertifizierung wie vorgesehen läuft.
Ende März standen 101 Bestellungen von 14 Kunden in den Büchern. Für Airbus ist der Frachter ein wichtiger Baustein, um im margenstarken Langstreckensegment breiter aufzutreten.
Parallel baut der Konzern seine Cybersecurity-Aktivitäten in Europa aus. Im April schloss Airbus eine Vereinbarung zur Übernahme des französischen Spezialisten Quarkslab. Zuvor kam Infodas in Deutschland hinzu; die geplante Übernahme von Ultra Cyber in Großbritannien ergänzt das Netzwerk.
Auch im Verwaltungsrat steht ein Wechsel an. René Obermann soll den Vorsitz zum 1. Oktober abgeben, Amparo Moraleda ist als Nachfolgerin vorgesehen. Damit startet Airbus in eine Phase, in der Führung, Industriehochlauf und Verteidigungsstrategie gleichzeitig neu justiert werden. Kirstetters erste Bewährungsprobe liegt nahe: Er muss aus diesen Baustellen eine glaubwürdige Prioritätenliste formen.
Airbus-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Airbus-Analyse vom 14. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Airbus-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Airbus-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Airbus: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




