Airbus Aktie: FLYONE Armenia bestellt A321neo nach

Airbus erweitert die A321-Flügelmontage in Großbritannien, während Spaniens Beschäftigte über Löhne und möglichen Streik abstimmen.

Die Kernpunkte:
  • Spanische Belegschaft entscheidet über Tarifpaket
  • Reallohnplus von 7,95 Prozent bis 2029
  • Broughton rüstet A380-Halle für A321-Flügel um
  • Airbus-Aktie verliert 0,6 Prozent auf 190,06 Euro

Für Airbus fällt am heutigen Donnerstag eine richtungsweisende Entscheidung an den spanischen Produktionsstandorten. Die Belegschaft stimmt über die Annahme eines ausgehandelten Tarifvertrags oder die Wiederaufnahme eines unbefristeten Streiks ab. Ein dauerhafter Arbeitsfrieden gilt als wesentliche Voraussetzung, um die hochgesteckten Fertigungsziele bei zivilen Verkehrsflugzeugen zu erreichen und Unterbrechungen in den Montagelinien abzuwenden.

Spanische Belegschaft stimmt über Tarifvertrag ab

Die Abstimmung an den spanischen Standorten läuft bis zum heutigen Nachmittag. Das mit den Gewerkschaften ATP, CCOO und SIPA verhandelte Paket beinhaltet neben dem vollen Inflationsausgleich ein Reallohnplus von 7,95 Prozent bis 2029. Der Ausstand war seit dem 9. September ausgesetzt, nachdem eine vorherige Abstimmung nur eine denkbar knappe Mehrheit für die Fortsetzung ergeben hatte.

Für das Management steht bei dem Votum viel auf dem Spiel. Ein erneuter Arbeitskampf in Spanien würde empfindliche Knotenpunkte der europäischen Fertigung treffen, während vor Gericht noch ein Verfahren der Gewerkschaft CGT über die Verhandlungsführung anhängig ist. Nach den Belastungen im Spätsommer benötigt der Konzern verlässliche Abläufe an allen europäischen Standorten.

Ausbau des Werks Broughton für höhere Produktionsraten

Parallel zu den tariflichen Weichenstellungen treibt Airbus den industriellen Kapazitätsausbau voran. Im britischen Werk Broughton wird die frühere Fertigungshalle des Großraumflugzeugs A380 für die Montage von A321-Tragflächen umgerüstet. Die neue Fertigungslinie mit sechs Vorrichtungen soll Ende 2026 fertiggestellt sein, während die Produktion der ersten Tragfläche bereits begonnen hat.

Der Umbau in Großbritannien zielt direkt auf das Auftragsbuch von rund 7.500 Flugzeugen der A320-Familie ab, bei denen das Modell A321 etwa drei Viertel der Bestellungen ausmacht. Die Investition untermauert das globale Ziel, eine monatliche Ausstoßrate von 75 Mittelstreckenjets zu erreichen. An dem britischen Standort mit seinen 6.000 Beschäftigten wurden im laufenden Jahr zusätzliche Arbeitsplätze für den Hochlauf geschaffen.

Hohe Auslastung und verhaltene Kursreaktion

Dass die Nachfrage nach den Flugzeugen ungebrochen ist, zeigt auch das laufende Neugeschäft. Die Fluggesellschaft FLYONE Armenia wandelte eine frühere Absichtserklärung in eine Festbestellung über zusätzliche Schmalrumpfflugzeuge der A321neo-Reihe um. Der kontinuierliche Bestelleingang hält den Druck auf die Montagelinien hoch.

An der Börse reagierten die Marktteilnehmer dennoch zurückhaltend auf die Gemengelage aus industrieller Transformation und Tarifthemen. Die Airbus-Aktie schloss gestern mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 190,06 Euro. Damit verzeichnet das Papier einen Abstand von minus 14 Prozent zum 52-Wochen-Hoch.

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