Airbus Aktie: Goldman sieht 240 Euro
Goldman Sachs sieht Erholung bei Airbus-Auslieferungen und hebt das Kursziel auf 240 Euro an. Analysten bleiben jedoch uneins über die weitere Entwicklung.

- Goldman erhöht Kursziel auf 240 Euro
- Erholung bei A320-Auslieferungen erwartet
- Farnborough Airshow als wichtiger Termin
- Analysten uneins über Airbus-Perspektiven
Goldman Sachs traut Airbus vor der Berichtssaison einiges zu. Die US-Bank hob ihr Kursziel am Donnerstag von 230 auf 240 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“ — mit einer klaren Begründung: eine deutliche Erholung bei den Verkehrsflugzeug-Auslieferungen zeichnet sich ab.
Grund für den Optimismus ist vor allem die Entspannung beim Rumpfpanel-Problem der A320-Familie. Hinzu kommen rund 20 chinesische Maschinen, die eigentlich schon im ersten Quartal hätten ausgeliefert werden sollen und nun nachgeholt werden. Goldman rechnet für das zweite Quartal 2026 mit einem Konzernumsatz von rund 19,99 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 2,10 Milliarden Euro, was einer Marge von 10,5 Prozent entspräche. Auch die Sparten Hubschrauber sowie Verteidigung und Raumfahrt sollen solide abschneiden.
Farnborough als nächster Prüfstein
Besonders gespannt blickt Goldman auf das Airbus-Update während der Farnborough Airshow. Nach der Investorenveranstaltung in Paris, bei der es vor allem um Cash-Conversion, eine Dividendenausschüttung zwischen 30 und 50 Prozent des Gewinns und Sparten-Ziele für 2028 ging, fehlte bislang eine konkrete Ergebnisvorgabe für das Verkehrsflugzeug-Geschäft. Genau das könnte sich jetzt ändern — Goldman hält ein Commercial-EBIT von rund 10 Milliarden Euro bei voller Auslieferungsrate für möglich. Der geplante Ausbau der A320-Produktion auf eine Rate von 75 Maschinen pro Monat würde gegenüber 2025 etwa 255 zusätzliche Auslieferungen bedeuten — nach Goldman-Schätzung ein Ergebnisbeitrag von rund 4 Milliarden Euro.
Als Risiken nennt die Bank weitere Kürzungen bei der Lieferprognose, Währungseffekte und mögliche Belastungen im Raumfahrtgeschäft.
Auslieferungen ziehen an, Analysten uneins
Operativ liefert Airbus bereits Zahlen, die die Erholungsthese stützen. Im Juni gingen 89 Maschinen an 49 Kunden heraus, im ersten Halbjahr summierte sich das auf 351 Flugzeuge bei 77 Kunden. Zusätzlich verbuchte der Konzern im Juni brutto 71 neue Bestellungen.
Beim Blick auf die Analystenhäuser zeigt sich allerdings kein einheitliches Bild. Jefferies beließ die Einstufung nach den Juni-Zahlen bei „Hold“ und einem Kursziel von 185 Euro — die 89 ausgelieferten Maschinen lagen zwar über der eigenen Schätzung, dennoch bleibt das Haus zurückhaltend. Die UBS dagegen hob ihr Ziel von 210 auf 236 Euro an und bestätigte „Buy“. Sie sieht beim Update am 21. Juli moderate Risiken, ist für die Quartalszahlen aber optimistischer als der Marktkonsens.
Auf lange Sicht bleibt Airbus’ eigene Einschätzung ohnehin bullisch: Bis 2045 soll sich das weltweite Passagieraufkommen auf rund 10 Milliarden pro Jahr mehr als verdoppeln, was einen Bedarf von 42.060 neuen Flugzeugen über zwei Jahrzehnte begründet. Regionale Konflikte oder hohe Treibstoffpreise dürften diesen Trend laut Konzern nicht nachhaltig bremsen.
Zwei Termine geben in den kommenden Wochen die Richtung vor: das Geschäftsupdate am 21. Juli und die Quartalszahlen am 29. Juli. Bis dahin dürfte der Blick der Investoren vor allem auf der Lieferkette und dem Fortschritt bei der Rumpfpanel-Reparatur liegen.
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