Airbus Aktie: IndiGo verdoppelt A350-Bestellung auf 60

Airbus kehrt zur hybriden Arbeitsweise zurück und zieht den A350F-Erstflug vor. Zudem steigen Auftragsbestand und Cashflow-Prognose, während die Aktie zuletzt nachgab.

Die Kernpunkte:
  • Airbus beendet Büropräsenz-Streit
  • IndiGo verdoppelt A350-Bestellung
  • US-Heer ordert zwölf Lakota-Hubschrauber
  • Cashflow-Prognose deutlich angehoben

Airbus hat seinen umstrittenen Plan zur verpflichtenden Vier-Tage-Präsenz für Büromitarbeiter offiziell aufgeweicht. Nach einer Reihe von Streiks und Protesten der Gewerkschaften in Spanien und Frankreich kehrt der Konzern zu einem hybriden Modell zurück, das den Angestellten wieder zwei Homeoffice-Tage pro Woche erlaubt. Der Rückzieher markiert das Ende eines Konflikts, der Airbus in den vergangenen Wochen intern erheblich beschäftigt hatte.

Rückkehr zum Kompromiss

Die ursprüngliche Vorgabe einer nahezu vollständigen Büropräsenz war bei Belegschaft und Gewerkschaften auf massiven Widerstand gestoßen. Mit der Kehrtwende entschärft das Management einen Konflikt, der operativ zwar keine unmittelbaren Kosten verursacht hat, aber das Betriebsklima belastete. Anleger dürften die Personalfrage vor allem daran messen, ob sie die Lieferkette und die Produktionsziele beeinträchtigt – Anzeichen dafür gibt es nicht.

Auftragsbuch wächst weiter

Während die Personalfrage die Schlagzeilen dominierte, lief das operative Geschäft ungebremst weiter. IndiGo aus Indien wandelte am 14. August eine Absichtserklärung in eine feste Order über 30 zusätzliche A350-900 um und verdoppelte damit seine Gesamtbestellung für das Großraumflugzeug auf 60 Maschinen.

Auch Biman Bangladesh Airlines steht Medienberichten zufolge kurz vor dem Abschluss eines Deals über zehn Flugzeuge, darunter vier A350-900 und sechs A321neo – ein bemerkenswerter Bruch mit der bisher rein auf Boeing ausgerichteten Flotte des staatlichen Trägers.

Zusätzlichen Rückenwind liefert das Militärgeschäft: Airbus U.S. Space & Defense unterschrieb am 17. August einen Vertrag mit dem US-Heer über bis zu zwölf weitere UH-72B-Lakota-Hubschrauber im Volumen von 115 Millionen US-Dollar, mit Auslieferungen zwischen 2027 und 2029.

A350F vor beschleunigtem Erstflug

Auch bei der Frachterversion A350F kommt Bewegung in den Zeitplan. Der Erstflug wurde auf die dritte Augustwoche vorgezogen und damit deutlich vom ursprünglichen Jahresendziel nach vorn verlegt – ein Schritt, der den Zertifizierungsfahrplan für Auslieferungen ab 2027 absichern soll.

Auf der operativen Seite bleibt die Lieferquote im Fokus: Im Juli lieferte Airbus 67 Verkehrsflugzeuge aus, womit sich der Jahreswert auf 418 Maschinen summiert. Um das Jahresziel von rund 870 Auslieferungen zu erreichen, muss der Konzern in den verbleibenden Monaten im Schnitt 90,4 Flugzeuge pro Monat ausliefern.

Zugleich hob Airbus seine Prognose für den freien Cashflow auf eine Spanne von 8,9 bis 9,2 Milliarden US-Dollar an, nachdem zuvor 8,0 bis 8,4 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren.

Kurs unter Druck trotz guter Nachrichtenlage

Trotz der positiven operativen Signale zeigte sich die Aktie zuletzt schwächer. Am Freitag schloss das Papier bei 203,50 Euro, ein Minus von 0,7 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangene Handelswoche summierte sich der Rückgang auf 5,7 Prozent, womit der Kurs rund acht Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro vom 13. Januar notiert. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 3,0 Prozent zu Buche.

Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten – prallem Auftragsbuch, angehobener Cashflow-Guidance und entschärftem Arbeitskonflikt – und der jüngsten Kursschwäche dürfte Anleger vor allem eine Frage stellen lassen: Wie viel der guten Nachrichten ist im Kurs bereits eingepreist?

Morgan Stanley beantwortete sie am 15. August mit einer klaren Ansage und bekräftigte die Einstufung „Overweight“, während das Kursziel von 227 auf 255 Euro angehoben wurde – begründet mit der starken Marktdynamik und dem Auftragsbestand trotz anhaltender Lieferkettenprobleme.

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