Airbus Aktie: Malaysia Airlines verlängert Support
Airbus lieferte im August mehr Jets und erhielt deutlich mehr Bestellungen als Boeing. RBC bestätigt die positive Einschätzung trotz Kursrückgang.

- Airbus übergibt 57 Flugzeuge im August
- 67 Orders gegenüber 15 bei Boeing
- Auslieferungen steigen bis August um neun Prozent
- RBC bestätigt 250-Euro-Kursziel
Airbus hat im August die Nase vor dem US-Rivalen Boeing behalten. Der europäische Flugzeugbauer übergab 57 Maschinen an Kunden, Boeing kam auf 51. Bei den Bestellungen fiel der Abstand noch deutlicher aus: Airbus verbuchte 67 neue Orders, Boeing lediglich 15. Für das Analysehaus RBC Capital Markets ist das ein weiterer Beleg für die operative Stärke des Konzerns – Analyst Ken Herbert bekräftigte am Dienstag seine Einstufung „Outperform“ mit einem unveränderten Kursziel von 250 Euro.
Von Januar bis August summierten sich die Airbus-Auslieferungen auf 475 Jets, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 434 Maschinen. Die A320-Familie legte um 11 Prozent zu und bleibt damit der zentrale Wachstumstreiber.
Beim Großraumjet A330 zeigt sich hingegen eine andere Entwicklung: Nach einer zweimonatigen Unterbrechung liefen die Auslieferungen zwar wieder an, mit elf Maschinen seit Jahresbeginn liegt das Programm aber immer noch 31 Prozent unter Vorjahresniveau. Auf Bruttobasis erhielt Airbus im laufenden Jahr bislang 1.157 Bestellungen.
Malaysia Airlines setzt weiter auf Airbus-Technik
Auf der Kundenseite bestätigte sich am Dienstag die enge Bindung zwischen Airbus und Malaysia Airlines. Die Fluggesellschaft verlängerte ihren technischen Support-Vertrag für die Flotten der Baureihen A330 und A350, einschließlich der A330-200-Frachter.
Airbus garantiert im Rahmen des mehrjährigen FHS-C-Abkommens die Ersatzteilverfügbarkeit und die technische Leistungsfähigkeit der Flugzeuge. Parallel dazu kündigte ein Airbus-Vertreter an, dass Malaysia Airlines den ersten A330neo in den kommenden Tagen erhalten soll – nach Verzögerungen durch Lieferkettenprobleme.
Ein erster Testflug der Maschine ist für den 6. November vorgesehen. Die Fluggesellschaft rechnet für das laufende Jahr noch mit drei weiteren A330neo-Jets und will insgesamt 20 Exemplare bis 2028 in Dienst stellen, um ältere A330-200/300-Modelle zu ersetzen.
August bringt saisonale Delle bei den Stückzahlen
Im Detail zeigte der August allerdings eine leichte Abschwächung gegenüber dem Vormonat: 57 Auslieferungen standen 67 im Juli gegenüber. Die Aufteilung entfiel auf 43 Maschinen der A320neo-Familie – darunter ein A319neo an Air China, 16 A320neo und 26 A321neo – sowie zehn Exemplare des A220-300. Solche saisonalen Schwankungen sind im Flugzeugbau nicht ungewöhnlich, dennoch bleibt der Blick auf das Jahresziel von 870 Auslieferungen entscheidend für die Bewertung des Konzerns durch die Analysten.
Kurs unter Druck trotz positiver Nachrichtenlage
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke derzeit nicht im Kursverlauf wider. Die Airbus-Aktie notiert aktuell bei 197,16 Euro und damit rund 1,2 Prozent niedriger als am Vortag.
Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 7,7 Prozent zu Buche, der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 201,60 Euro beträgt 2,2 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch aus Mitte Januar bei 221,25 Euro trennen das Papier inzwischen elf Prozent.
Für Anleger bleibt damit eine Lücke zwischen operativer Dynamik – mehr Auslieferungen, mehr Bestellungen, verlängerte Servicekontrakte – und der Kursentwicklung der vergangenen Wochen. RBC sieht in dieser Diskrepanz offenbar Aufwärtspotenzial: Das Kursziel von 250 Euro liegt deutlich über dem aktuellen Niveau.
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