Airbus Aktie: Milliardenprojekt am Ende
Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist nach neun Jahren endgültig beendet. Airbus muss sich nun nach neuen Partnern umsehen.

- FCAS-Projekt nach neun Jahren eingestellt
- Uneinigkeit über Führungsrolle und Anforderungen
- Airbus sucht neue Partner für Kampfjet
- Combat Cloud soll weiterentwickelt werden
Nach neun Jahren, unzähligen Verhandlungsrunden und geschätzten Gesamtkosten von mehr als 100 Milliarden Euro ist das Future Combat Air System offiziell Geschichte — zumindest in seiner ursprünglichen Form. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben das gemeinsame Kampfjet-Projekt von Airbus und Dassault für gescheitert erklärt.
Warum es nicht geklappt hat
Der Kern des Problems lag nie wirklich beim Geld. Dassault beanspruchte einen überproportionalen Anteil am Projekt sowie die Führungsrolle — auf Kosten der vereinbarten gleichwertigen Beteiligung. Merz nannte daneben grundlegend unterschiedliche Anforderungen: Frankreich braucht für die nächste Kampfjet-Generation ein atomwaffen- und trägerfähiges Flugzeug. Die Bundeswehr hat dafür schlicht keinen Bedarf. Zwei Partner, zwei grundverschiedene Flugzeuge — da ließ sich kein gemeinsames Projekt mehr konstruieren.
Das Scheitern ist für Airbus finanziell kein unmittelbarer Schock. Das FCAS-Engagement war ein Rüstungs- und Industrieprojekt, das erst ab 2040 den Eurofighter und die französische Rafale ablösen sollte. Konkrete Umsätze standen also noch in weiter Ferne. Mittelfristig fehlt Airbus Defence & Space jedoch ein zentrales Leuchtturmprojekt im europäischen Militärflugzeugbau.
Was noch übrig bleibt — und was kommt
Vollständig vom Tisch ist FCAS nicht. Die sogenannte „Combat Cloud“ — die Vernetzung von Flugzeugen, Drohnen und Sensoren — soll weiterentwickelt werden. Mitte Juli wollen die Verteidigungsministerien beider Länder bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung einen neuen Arbeitsplan vorlegen, konzentriert auf realistische Vorhaben.
Deutschland sucht nun nach neuen Partnern für einen Kampfjet. Als aussichtsreichste Option gilt eine Kooperation mit Schweden und Saab — erfahren im Militärflugzeugbau, vor ähnlichen strategischen Herausforderungen. Großbritannien scheidet aus: Die Briten sind mit Japan und Italien im Global Combat Air Programme bereits fest gebunden.
Für Airbus bedeutet das eine offene Flanke im Verteidigungsgeschäft. Ob und in welcher Konstellation das Unternehmen ein Nachfolgeprojekt mitgestalten kann, wird sich beim deutsch-französischen Ministerrat Mitte Juli zeigen.
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