Airbus Aktie: Orderbestand steigt auf 9.352 Jets
Airbus verlangsamt die Rückkehr ins Büro nach Streiks in Spanien, während Auslieferungen, Bestellungen und Jahresziele bislang stabil bleiben.

- Präsenzvorgaben nach Streiks abgeschwächt
- Spanische Beschäftigte protestierten gegen Arbeitsbedingungen
- Juli brachte 204 neue Bestellungen
- Aktie seit Jahresbeginn 2,9 Prozent höher
Airbus rudert bei seiner Präsenzpflicht zurück. Der Flugzeugbauer hatte unter Vorstandschef Guillaume Faury eine Kampagne zur Reduzierung des Homeoffice-Anteils gestartet – nach Protesten und Streiks in spanischen Werken wird diese nun deutlich langsamer umgesetzt als ursprünglich geplant.
Am Freitag vergangener Woche berichtete Bloomberg, dass rund 40 Prozent der 14.000 spanischen Airbus-Beschäftigten an Arbeitsniederlegungen teilgenommen hatten. Streitpunkte waren neben dem Homeoffice auch Themen wie Transport, Urlaubsregelungen und Gehälter.
Die Produktion selbst blieb dem Bericht zufolge bislang unberührt – betroffen waren vor allem administrative und unterstützende Funktionen im Angestelltenbereich. Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied: Solange die Auslieferungen nicht ins Stocken geraten, bleibt der operative Kern des Geschäfts intakt. Genau das dürfte erklären, warum die Aktie auf die Nachricht bislang verhalten reagiert hat.
Auftragsbuch wächst trotz Unruhe
Während die Belegschaft in Spanien um Arbeitsbedingungen ringt, läuft das Kerngeschäft robust. Airbus lieferte im Juli 67 Verkehrsflugzeuge aus und kommt damit im laufenden Jahr auf 418 Maschinen – bei einem Jahresziel von 870 Einheiten. Zugleich verbuchte der Konzern im Juli 204 Bruttobestellungen, angetrieben von umfangreichen Zusagen für Schmal- und Langstreckenjets rund um die Farnborough Air Show.
Der Orderbestand wuchs damit zum Monatsende Juli auf 9.352 Verkehrsflugzeuge, ein Plus von 136 Einheiten gegenüber dem Vormonat. Gegenüber dem Erzrivalen Boeing verteidigt Airbus nach sieben Monaten einen Vorsprung von 51 Flugzeugen bei den Bestellungen. Diese Zahlen untermauern, dass die Nachfrage nach Airbus-Jets ungebrochen hoch bleibt, unabhängig von den internen Spannungen in Spanien.
Mittelfristziele bleiben ambitioniert
Ende Juli hatte Airbus seine Prognose für das laufende Jahr bestätigt: rund 870 Auslieferungen, ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro sowie ein freier Cashflow vor Kundenfinanzierung von 4,5 Milliarden Euro.
Für 2029 peilt der Konzern ein bereinigtes EBIT zwischen 12 und 13 Milliarden Euro an, unterstellt einen Wechselkurs von 1,22 Dollar je Euro. Der Vorstand hatte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren beschlossen.
Diese langfristigen Ziele stehen im Kontrast zur kurzfristigen Unruhe an den spanischen Standorten. Für Investoren zählt am Ende, ob der Konzern seine Lieferziele erreicht – und dafür bleiben noch gut vier Monate, in denen mehr als 450 weitere Auslieferungen nötig sind, um die Jahresvorgabe zu erfüllen.
Kursbild bleibt uneinheitlich
Am Markt zeigt sich die Aktie zuletzt schwächer: Am Donnerstag schloss das Papier bei 203,35 Euro, ein Rückgang von 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 2,9 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Anstieg von 14 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 221,25 Euro, erreicht im Januar, notiert die Aktie derzeit 8,1 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass operative Stärke und arbeitsrechtliche Spannungen die Anleger derzeit gleichermaßen beschäftigen, ohne dass eine Seite klar dominiert.
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