Airbus Aktie: Skynet-Poker mit Lockheed?
RBC reduziert das Kursziel auf 240 Euro; die britische Regierung hat über die Vergabe des 2,4-Milliarden-Pfund-Programms noch nicht entschieden.

- Faury wirbt für Airbus bei Skynet
- Britische Vergabeentscheidung steht noch aus
- RBC senkt Kursziel auf 240 Euro
- 547 Flugzeuge in neun Monaten ausgeliefert
Ein milliardenschweres Prestigeprojekt der britischen Raumfahrt sorgt für Unruhe bei Airbus. Konzernchef Guillaume Faury wandte sich Medienberichten zufolge in einem Schreiben direkt an den britischen Premierminister. Hintergrund ist die Vergabe des Militärsatelliten-Programms Skynet mit einem geschätzten Volumen von 2,4 Milliarden Pfund.
Faury warnte davor, den US-Rivalen Lockheed Martin dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern vorzuziehen. Eine solche Entscheidung könne die künftige Rolle Großbritanniens in der europäischen Raumfahrtindustrie schwächen. Eine finale Entscheidung der britischen Regierung steht allerdings noch aus.
Spannungsfeld in der Verteidigungspolitik
Der Vorstoß unterstreicht die wachsende Bedeutung des Rüstungs- und Raumfahrtgeschäfts für den Konzern. Zwar demonstrierte Airbus Defence and Space am Mittwoch bei der NATO-Übung SPARTAN ARROW 26 auf Kreta die Vernetzung deutscher und schwedischer Luftverteidigungssysteme über den Gefechtsstand SAMOC. Dennoch belasten anhaltende Unsicherheiten über staatliche Verteidigungsbudgets die Branche.
Analysten von RBC Capital Markets passten ihre Einschätzung am Donnerstag an diese Rahmenbedingungen an. Das Haus senkte sein Kursziel für die Aktie von 250 auf 240 Euro, behielt die Einstufung mit „Outperform“ jedoch bei.
Zur Begründung verwies RBC auf die anhaltende Unsicherheit bei den Militärausgaben sowie auf die Erwartung, dass der Konzern seine Auslieferungsprognose für Verkehrsflugzeuge vor den anstehenden Geschäftszahlen nicht anheben werde.
Lieferketten und anstehende Zwischenbilanz
Parallel zum Rüstungsbereich steht das zivile Flugzeuggeschäft vor operativen Herausforderungen. Zwar verbesserte sich die Leistungsfähigkeit der Zulieferketten zuletzt, wie das Unternehmen gegenüber dem Branchenmagazin Aviation Week erklärte. Allerdings bleibt weiterhin eine erhebliche Anzahl an Flugzeugen am Boden, weil Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney PW1100G fehlen.
Trotz der Engpässe erreichte der Konzern nach neun Monaten insgesamt 547 Auslieferungen an Kunden. Klarheit über die finanzielle Verfassung und die Jahresziele verspricht der nächste offizielle Meilenstein: Für den 28. Oktober hat das Unternehmen die Veröffentlichung der Ergebnisse für die ersten neun Monate angesetzt.
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt stabil. Am Freitag ging die Aktie mit einem leichten Kursgewinn von 0,9 Prozent bei 197,20 Euro aus dem Handel. Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den anstehenden Quartalstermin, der zeigen muss, wie gut der Konzern die Triebwerksengpässe abfedern kann.
Stand heute, 18. Oktober: Airbus – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Airbus investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 18. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




