Airbus Aktie: SMBC bestellt 100 Flugzeuge

Airbus liefert im Juli 67 Flugzeuge aus und bleibt mit 418 Maschinen über Vorjahresniveau. Halbjahreszahlen zeigen deutliche Erholung, A350F rückt dem Erstflug näher.

Die Kernpunkte:
  • Juli-Auslieferungen: 67 Flugzeuge an 39 Kunden
  • Halbjahreszahlen: 15 Prozent mehr Auslieferungen
  • A350F besteht kritischen Bodenschwingungstest
  • Aktie nur 3,25 Prozent unter Rekordhoch

Airbus bleibt trotz eines schwächeren Julis auf Kurs zu seinem Jahresziel von rund 870 kommerziellen Flugzeugauslieferungen. Der europäische Flugzeugbauer übergab im vergangenen Monat 67 Maschinen an 39 Kunden und verlor damit etwas vom Tempo, das er zuvor aufgebaut hatte. Seit Jahresbeginn kommt Airbus auf 418 Auslieferungen an 82 Kunden und liegt damit weiterhin vor dem Vorjahresniveau von 2025.

Von den im Juli ausgelieferten Maschinen entfielen sechs auf den A220-300, 18 auf den A320neo und 37 auf den A321neo. Hinzu kamen vier A350-900 und zwei A350-1000. Auf der Bestellseite verbuchte Airbus im Juli ebenfalls 418 Orders, darunter eine Bestätigung von Riyadh Air über sechs zusätzliche A350-1000, eine Großorder der Leasinggesellschaft SMBC über 100 neue Flugzeuge sowie ein Auftrag von China Eastern für 25 A330-900. Ein nicht näher genannter Kunde bestellte zudem sechs A321neo.

Halbjahreszahlen zeigen deutliche Erholung

Die Juli-Daten fügen sich in ein Bild, das Airbus bereits mit seinen Halbjahreszahlen zum 30. Juni gezeichnet hatte. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Konzern 351 kommerzielle Flugzeuge aus, ein Plus von 15 Prozent gegenüber 306 Maschinen im Vorjahreszeitraum. Die starke zweite Jahreshälfte des ersten Halbjahrs habe das Auslieferungsdefizit vom Jahresanfang wettgemacht, teilte Airbus mit. Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr um 12 Prozent auf 33,176 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT legte um 24 Prozent auf 2,727 Milliarden Euro zu, das ausgewiesene EBIT sogar um 70 Prozent auf 2,745 Milliarden Euro. Als Haupttreiber nannte das Unternehmen die höheren Auslieferungszahlen im Zivilflugzeuggeschäft, unterstützt von einer stärkeren Entwicklung im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft.

Ein zusätzlicher Belastungsfaktor der vergangenen Monate scheint sich aufzulösen: Airbus-Chef Guillaume Faury erklärte, es gebe inzwischen keine fertig zur Übergabe stehenden Flugzeuge mehr, die allein auf Triebwerke warten. Die mit Pratt & Whitney vereinbarten Triebwerksmengen stützten die aktuelle Auslieferungsprognose, auch wenn Gespräche über die kommerziellen Konsequenzen der zuvor von Pratt & Whitney reduzierten Triebwerksvolumina weiterliefen.

A350F rückt dem Erstflug näher

Beim Frachterprogramm A350F meldete Airbus Anfang August einen wichtigen technischen Fortschritt: Am Standort Toulouse-Blagnac schloss der Konzern erfolgreich einen kritischen Bodenschwingungstest (Ground Vibration Test) am ersten Flugtestflugzeug ab. Die im Juni über drei Tage durchgeführten Tests gelten als Meilenstein für die laufende Zertifizierungskampagne und bilden die Grundlage für die nächste Phase – die sogenannten Flutter-Tests, die in den ersten drei Monaten der Flugtestkampagne folgen sollen. Faury bekräftigte das Ziel eines Erstflugs noch vor Ende 2026, mit Zertifizierung und erster Auslieferung idealerweise bis Ende 2027 und Auslieferungen in größerem Umfang ab 2028. Für die Testkampagne baut Airbus zwei A350F-Maschinen, die 2026 und 2027 zum Einsatz kommen sollen.

Auf der Auftragsseite hatte bereits die Farnborough Airshow im Juli für Rückenwind gesorgt: SMBC Aviation Capital bestellte dort fest 65 zusätzliche A321neo und 35 A320neo. Zusammen mit der Konzernmutter Sumitomo Corporation kommt der Leasinggeber damit auf über 900 Gesamtverpflichtungen gegenüber Airbus über alle Flugzeugtypen hinweg.

Kurs nahe Rekordniveau

An der Börse spiegelt sich die operative Erholung deutlich wider. Die Airbus-Aktie schloss am Freitag bei 214,05 Euro, ein Plus von 0,54 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht ein Zuwachs von 7,78 Prozent, und zum 52-Wochen-Hoch von 221,25 Euro, erreicht am 13. Januar, fehlen der Aktie nur noch 3,25 Prozent. Der nächste Blick der Anleger richtet sich auf den kommenden Orders-and-Deliveries-Bericht für August, der laut dem üblichen Berichtsrhythmus des Unternehmens Anfang September erscheinen soll.

Randnotiz aus dem Umfeld des Konzerns: Belgien hat die Übernahme des Hubschrauberbetreibers NHV Group durch die irische Leasinggesellschaft GD Helicopter Finance blockiert, die letztlich chinesischen Interessen zugerechnet wird. NHV war weltweiter Erstkunde für den Airbus H175, die kommerziellen Beziehungen zu Airbus bleiben von der gestoppten Transaktion unberührt.

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