Airbus Aktie: Spanische Belegschaft stimmt über Tarifvertrag ab
Airbus hält an rund 870 Auslieferungen fest, obwohl bis zu 20 Maschinen ins Schlussquartal rutschen; Serviceverträge und ein Cybersecurity-Auftrag ergänzen die Meldungen.

- Spanische Belegschaft stimmt erneut über Tarifabkommen ab
- Aircalin wählt Wartungsprogramm für zwei A350-900
- DGA vergibt 25-jährigen PARACOM-Auftrag an Airbus CyberSecurity
- Bis zu 20 A321neo-Auslieferungen verschieben sich
Bei Airbus richtet sich der Blick auf die spanischen Standorte des Flugzeugbauers. Medienberichten zufolge steht für den 30. September und 1. Oktober eine erneute Abstimmung der Belegschaft über ein tarifliches Vorabkommen an. Zuvor hatte das spanische Nationalgericht den Weg für das Referendum freigemacht und Anträge auf einstweilige Verfügungen abgewiesen.
Die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern gilt als wichtiger Schritt für die betriebliche Stabilität. In Spanien fertigt der Konzern Komponenten für zivile Flugzeuge und betreut militärische Programme. Ein geregelter Tarifrahmen soll mögliche Störungen im Betriebsablauf verhindern.
Dienstleistungsverträge stärken das Servicegeschäft
Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau seiner Dienstleistungen voran. Aircalin entschied sich für das Wartungsprogramm Flight Hour Services für zwei bestellte Großraumflugzeuge vom Typ A350-900. Die Auslieferung der ersten Maschine ist für Ende 2026 vorgesehen.
Auch weitere Fluggesellschaften binden sich an das herstellereigene Serviceangebot. World2Fly unterzeichnete eine Vereinbarung für Langstreckenjets der Typen A330 und A350. Zudem verlängerte Malaysia Airlines den bestehenden Servicevertrag für die eigene A330-Flotte. Die Vereinbarungen umfassen Reparaturen, die Komponentenversorgung sowie technische Unterstützung vor Ort.
Langfristige Serviceverträge spielen eine zentrale Rolle für die Ertragsqualität des Flugzeugbauers. Die Betreuung aktiver Flotten sorgt für wiederkehrende Einnahmen und federt Schwankungen im zyklischen Neugeschäft ab.
Industrieller Hochlauf und Auslieferungsdruck
Im militärischen Bereich sicherte sich die Tochtergesellschaft Airbus CyberSecurity einen Großauftrag der französischen Rüstungsbehörde DGA. Der PARACOM-Vertrag besitzt eine Laufzeit von 25 Jahren. Er umfasst die Entwicklung, Produktion und Wartung von Sicherheitsgateways für militärische Netzwerke.
Um die hohe Nachfrage der Fluggesellschaften zu bedienen, baut Airbus zugleich seine globale Fertigung aus. Neue Kapazitäten bei der Endmontage sollen die Abläufe beschleunigen und bestehende Engpässe auflösen.
Gleichzeitig bleibt der Zeitplan für das Gesamtjahr anspruchsvoll. Am Donnerstag bestätigte Airbus ein eingegrenztes Rumpfproblem bei der A321neo, betonte jedoch das Fehlen von Sicherheitsrisiken. Reuters berichtete am Montag, dass sich dadurch Auslieferungen von bis zu 20 Maschinen in das Schlussquartal verschieben. Die Jahresprognose von rund 870 Flugzeugen behielt das Management bei.
Für Investoren steht damit im Schlussquartal ein enormer Endspurt im Fokus. Das Management muss beweisen, dass die internen Prozesse stabil genug sind, um die aufgestauten Übergaben ohne weitere Verzögerungen abzuarbeiten.
An der Börse zeigte sich das Papier nach den jüngsten Verschiebungen gefestigt. Die Airbus-Aktie beendete den Handel gestern bei 194,32 Euro, was einem leichten Tagesplus von 0,3 Prozent entsprach. Damit notiert der Titel weiterhin über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 190,53 Euro.
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