Airbus Aktie: US-Satellitenfertigung steht zum Verkauf

Airbus prüft den Verkauf der US-Satellitenfertigung, bündelt Kapazitäten in Europa und meldet zugleich Fortschritte im Flugzeuggeschäft.

Die Kernpunkte:
  • US-Satellitenfertigung steht zum Verkauf
  • OneWeb-Produktion wechselt nach Toulouse
  • Airbus-Aktie verliert binnen Monatsfrist
  • Neue Aufträge stärken das Kerngeschäft

Airbus baut sein Raumfahrtgeschäft um. Der Flugzeugbauer erwägt den Verkauf seiner US-Satellitenfertigung, darunter die Anlage in Merritt Island in Florida sowie die „Arrow“-Satellitenlinie. Das Unternehmen will sich stattdessen auf ein paneuropäisches Satelliten-Gemeinschaftsunternehmen mit Leonardo und Thales konzentrieren.

Parallel dazu hat Airbus bereits einen strategischen Schwenk bei der Fertigung eingeleitet: Die Produktion der Satelliten der nächsten OneWeb-Generation soll künftig nicht mehr in den USA, sondern am zentralen Industriestandort Toulouse erfolgen.

Beide Schritte fügen sich zu einem klaren Muster: Airbus zieht Kapazitäten aus den USA ab und bündelt sie in Europa, um die geplante Raumfahrt-Allianz mit den italienischen und französischen Partnern zu stärken.

Aktie unter Druck, Erholung lässt auf sich warten

Die Nachrichtenlage rund um das Raumfahrtgeschäft trifft die Airbus-Aktie in einer ohnehin angespannten Phase. Das Papier schloss am Montag bei 196,96 Euro, nach einem Rückgang von 2,9 Prozent.

Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich das Minus auf 3,9 Prozent, auf Monatssicht sind es 5,3 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch vom 13. Januar bei 221,25 Euro fehlen der Aktie mittlerweile 11 Prozent.

Der Kursrutsch der vergangenen Handelstage geht maßgeblich auf die angespannte Lage im Auftragsbuch und den Streik in Spanien zurück, die seit vergangenem Donnerstag auf dem Papier lasten.

Die Umstrukturierung der Raumfahrtsparte kommt als zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu, da sie Fragen zur strategischen Neuausrichtung und möglichen Restrukturierungskosten aufwirft. Der relative Stärke-Index von 38,1 signalisiert dabei, dass die Aktie näher an einer überverkauften Zone als an einer Überhitzung notiert.

Weiteres operatives Geschäft läuft planmäßig weiter

Abseits der Raumfahrt-Neuausrichtung meldet Airbus auch im Kerngeschäft Fortschritte. Mahindra Aerostructures erhielt einen Auftrag zur Fertigung von Rumpfhäuten für die A320neo und die A321XLR, die Auslieferungen aus dem Werk in Bengaluru sollen 2028 beginnen. Zudem bestätigte Biman Bangladesh Airlines die Absicht, einen milliardenschweren Vertrag über zehn Flugzeuge – vier A350 und sechs A321neo – zu unterzeichnen, mit Lieferbeginn ab 2031.

In Belfast hat zudem der Bau einer rund 6.200 Quadratmeter großen Erweiterung der Flügelfertigung begonnen, die die Produktion der A220 bis 2028 auf 13 Maschinen pro Monat hochfahren soll. Airbus Helicopters unterzeichnete außerdem eine Absichtserklärung mit dem dänischen Unternehmen Terma, um Technologie in globale Lieferketten zu integrieren und einen regionalen Wartungshub in Nordeuropa aufzubauen.

Führungswechsel im Aufsichtsgremium steht bevor

Zum 1. Oktober übernimmt Amparo Moraleda offiziell den Vorsitz des Airbus-Verwaltungsrats von Rene Obermann. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der das Unternehmen gleichzeitig an mehreren strategischen Baustellen arbeitet – von der Raumfahrt-Neuausrichtung über die Lieferziele bis zur Zertifizierung des A350F-Frachters, dessen Erstflug für Ende September terminiert ist.

Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Operative Fortschritte bei Aufträgen und Produktionsausbau stehen strukturellen Umbrüchen in der Raumfahrtsparte und ungelösten Lieferengpässen gegenüber.

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