Airbus Aktie: Vierter Quartalssprint
Weniger Auslieferungen drückten Umsatz und operatives Ergebnis, während Airbus die Jahresziele beibehielt und mehr Bestellungen verbuchte.

- 870 Flugzeugauslieferungen für 2026 angepeilt
- Umsatz im dritten Quartal um zwei Prozent gesunken
- Nettobestellungen auf 1.105 Flugzeuge verdoppelt
- Aktie im Donnerstagshandel rund 1,6 Prozent höher
Airbus hält an 870 Auslieferungen für 2026 fest, obwohl der Sommer holprig verlief. Das Ziel liegt knapp über dem bisherigen Spitzenwert von 863 Jets aus dem Jahr 2019. Es verlangt allerdings ein starkes Schlussquartal.
Technische Mängel drücken das dritte Quartal
Zwei Baustellen bremsten die Auslieferungen. Beim Großraumjet A330neo musste der Hersteller ein Problem am Seitenleitwerk lösen, neue Maschinen verließen zunächst nicht das Werk. Beim stark gefragten A321neo fielen Unregelmäßigkeiten beim Oberflächenschutz von Längsversteifungen auf. Konzernchef Guillaume Faury betonte, es habe sich nicht um ein Sicherheitsproblem gehandelt.
Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 17,47 Milliarden Euro. Analysten hatten mit gut 18 Milliarden Euro und damit mit einem Anstieg gerechnet. Der bereinigte operative Gewinn fiel um neun Prozent auf 1,77 Milliarden Euro, was in etwa den Erwartungen entsprach. Als Gründe nennt Airbus weniger Auslieferungen und einen ungünstigeren Produktmix.
Der Überschuss legte dank positiver Sondereffekte um ein Fünftel auf gut 1,3 Milliarden Euro zu. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte steuerte deutlich mehr Ergebnis bei.
Prognose steht, Zulieferer entspannen sich
Die Jahresziele bleiben unverändert: ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 7,5 Milliarden Euro und ein Free Cashflow vor Kundenfinanzierung von rund 4,5 Milliarden Euro. Nach neun Monaten stehen 4,5 Milliarden Euro operativer Gewinn in den Büchern. Rechnerisch müssen im Schlussquartal rund 323 Flugzeuge ausgeliefert werden.
Beim Thema Triebwerke schlägt Faury versöhnlichere Töne an. Im Februar und April hatte er Pratt & Whitney noch für schleppende Lieferungen verantwortlich gemacht. Nun habe Airbus genügend Bauteile, um die Ziele für 2026 zu erreichen.
Der Auftragsbestand wächst derweil weiter. Die Nettobestellungen verdoppelten sich in den ersten neun Monaten auf 1.105 Flugzeuge, der Bestand erreichte 9.310 Maschinen und reicht rechnerisch für mehr als zehn Jahre. Die Produktionspläne für A220, A320, A330 und A350 blieben laut TD Cowen unverändert.
Dunkler wirkt der Blick auf die Kundschaft. Hohe Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs belasten die Fluggesellschaften, erste Airlines haben Insolvenz beantragt. Faury sprach von einem schwierigen Umfeld für die Branche.
Marktreaktion und Analysten
Die Aktie legte im Donnerstagshandel rund 1,6 Prozent auf etwa 195 Euro zu. RBC bestätigte „Outperform“ mit einem Kursziel von 240 Euro und sieht den Fokus nun auf dem Schlussspurt im vierten Quartal sowie dem Ausblick für 2027.
Der Free Cashflow lag nach neun Monaten bei minus 1,27 Milliarden Euro, bedingt durch Lageraufbau und eine am Jahresende konzentrierte Auslieferungskurve. Für das Gesamtjahr peilt Airbus 4,5 Milliarden Euro an. Mittelfristig soll das bereinigte operative Ergebnis bis 2029 auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen.
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