Airbus Aktie: Vorläufige Einigung im spanischen Arbeitskampf

Airbus einigt sich vorläufig mit vier spanischen Gewerkschaften auf Lohnanpassungen und 2.000 Euro Einmalzahlung; die Abstimmung folgt.

Die Kernpunkte:
  • Vorläufige Einigung mit vier Gewerkschaften
  • 7,95 Prozent Kaufkraftausgleich bis 2029
  • 2.000 Euro Sonderzahlung im Oktober 2026
  • CGT plant Proteste in Frankreich

Airbus steht vor einer Beilegung des monatelangen Arbeitskampfes in Spanien. Gestern erzielte der Luft- und Raumfahrtkonzern eine vorläufige Einigung mit den vier Mehrheitsgewerkschaften ATP, CCOO, SIPA und UGT, die zusammen rund 88 Prozent der Arbeitnehmervertreter repräsentieren.

Die Vereinbarung, die unter Vermittlung des spanischen Industrieministeriums zustande kam, soll den seit dem 1. Juli schwelenden Konflikt beenden, der am 25. August in einen unbefristeten Streik gemündet war.

Kerndaten der spanischen Lohneinigung

Der ausgehandelte Vorschlag sieht eine umfassende Wiederherstellung der Kaufkraft vor, die über einen Zeitraum von vier Jahren bis 2029 gestreckt wird. Konkret beinhaltet der Plan eine Anpassung der Gehälter an den realen Verbraucherpreisindex zuzüglich jährlicher Erhöhungen.

Für Januar 2026 und Januar 2027 ist jeweils ein Plus von 2,0 Prozent vorgesehen, gefolgt von weiteren 2,0 Prozent im April 2028 und 1,95 Prozent im April 2029. Insgesamt wird über den Zeitraum eine Kaufkraftwiederherstellung von 7,95 Prozent angestrebt.

Zusätzlich zum Tabellenentgelt sieht das Abkommen eine Einmalzahlung in Höhe von 2.000 Euro vor, die im Oktober 2026 ausgezahlt werden soll. Ein weiterer wichtiger Eckpunkt für die rund 15.000 Beschäftigten in Spanien ist die Beibehaltung der bestehenden Telearbeitsregelung, die einen Homeoffice-Anteil von 40 Prozent ermöglicht.

Das Industrieministerium betonte, dass diese Einigung nicht nur die Arbeitsbedingungen verbessere, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns sichere. Bevor der Deal endgültig in Kraft tritt, müssen die Gewerkschaftsmitglieder in einem für September geplanten bindenden Referendum darüber abstimmen.

Widerstand der CGT und Mobilisierung in Frankreich

Trotz der Annäherung in Spanien bleibt die Lage auf europäischer Ebene angespannt. Die Gewerkschaft CGT, die an den Verhandlungen in Madrid nicht beteiligt war, lehnt den Vorschlag ab und bereitet stattdessen Protestaktionen in Frankreich vor.

Für den 29. September plant die Organisation nationale Mobilisierungen. Die Kritik richtet sich vor allem gegen einen Einstellungsstopp, die Verlagerung von Aktivitäten sowie eine als unzureichend empfundene Lohnpolitik.

Besonderen Unmut löste bei der CGT zudem ein geplanter Aktienrückkauf im Volumen von 5 Milliarden Euro aus, während gleichzeitig Sparmaßnahmen die Belegschaft belasten würden. Während die spanischen Standorte wie San Pablo und Tablada in Sevilla nun auf eine Normalisierung hoffen, könnten die angekündigten Aktionen in Frankreich die Produktion erneut vor Herausforderungen stellen.

Analystenblick und Auslieferungslage

Das Unternehmen kämpft parallel zum Tarifkonflikt weiterhin mit Verzögerungen in der Lieferkette. Die Analysten von Jefferies belassen die Einstufung für die Airbus-Aktie auf „Hold“ mit einem Kursziel von 200 Euro.

Analystin Chloe Lemarie verwies darauf, dass die Auslieferungen des Typs A330 im Juni und Juli unterbrochen waren, im August jedoch mit der Übergabe eines Jets wieder begonnen haben. Der gesamte Auftragsbestand von Airbus umfasst derzeit 9.222 Flugzeuge, was einer rechnerischen Produktionsdauer von mehr als zehn Jahren entspricht.

An der Börse schloss das Papier am Freitag bei 198,90 Euro. Damit notiert der Wert aktuell 0,6 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 200,19 Euro. Seit Jahresbeginn weist die Aktie eine nahezu unveränderte Performance von 0,7 Prozent auf. Anleger warten nun auf den Ausgang des Referendums in Spanien, das den Weg für eine stabilere Produktionsplanung im restlichen Geschäftsjahr ebnen könnte.

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