Airbus Aktie: Wing of Tomorrow startet Flugtests
Airbus treibt effizientere Tragflächen voran und verzeichnet über 1.000 Nettoaufträge. Analysten bewerten die Aktie unterschiedlich, der Kurs bleibt nahe am Rekordhoch.

- Neue Flügeltechnologie für kommende Flugzeuggeneration
- Nettoaufträge übersteigen erstmals 1.000 Flugzeuge
- Uneinheitliche Analystenurteile zur Aktienbewertung
- Kurs nahe am 52-Wochen-Hoch
Airbus hat auf der Farnborough International Airshow am 12. August eine dreijährige Flugtestkampagne angekündigt. Ein A321neo-Demonstrator soll dabei ausfahrbare Flügelverlängerungen im großen Maßstab erproben – Kernstück des Langzeitprogramms „Wing of Tomorrow“ mit besonders schlanken, langgestreckten Tragflächen. Die Technologie zielt auf spürbar geringeren Treibstoffverbrauch und soll die nächste Generation ziviler Verkehrsflugzeuge prägen.
Der Test ist kein kurzfristiges Ereignis für die Bilanz, sondern ein strategischer Baustein für die Zeit nach den aktuellen Modellreihen. Airbus positioniert sich damit früh im Wettlauf um effizientere Flugzeugkonzepte, während der Konzern operativ auf Hochtouren läuft.
Auftragsbücher füllen sich weiter
Parallel zur Techniknews meldete Airbus starke Geschäftszahlen aus dem Tagesgeschäft. Bis Ende Juli kamen die Bruttobestellungen 2026 auf 1.090 Flugzeuge, die Nettoorders überschritten erstmals die Marke von 1.000. Allein im Juli kamen mit der Bestätigung von 25 A330-900 für China Eastern Airlines und 40 Maschinen der A320neo-Familie für Hainan Airlines weitere Großaufträge hinzu.
Im gleichen Monat lieferte Airbus 67 Verkehrsflugzeuge aus, kumuliert stehen damit 418 von angepeilten 870 Auslieferungen für das Jahr zu Buche – Boeing kam im Vergleichszeitraum auf 367 Auslieferungen.
Zusätzliche Nachfrage zeichnet sich in Südasien ab: Die staatliche Biman Bangladesh Airlines will bis Ende August eine mehrere Milliarden Dollar schwere Vereinbarung über zehn Flugzeuge unterzeichnen, mit Auslieferungen ab 2031.
Auf der Zulieferseite sicherte sich Airbus zudem einen mehrjährigen Liefervertrag mit dem belgischen Werkstoffspezialisten Syensqo – ein Baustein, der die Lieferkette für die kommenden Produktionsraten absichern soll.
Analysten uneins über die Bewertung
Die Einschätzungen der Investmentbanken zu Airbus gehen derzeit auseinander. Sadif Investment Analytics stufte die Aktie am 12. August von Buy auf Hold zurück und senkte das Kursziel auf 201,51 Euro von zuvor 228,14 Euro.
Zwei Tage später hob Morgan Stanley sein Kursziel dagegen auf 255 Euro an und bestätigte die Einstufung Overweight – die Bank verweist auf eine verbesserte Produktionshochlaufdynamik und eine im Branchenvergleich weiterhin günstige Bewertung.
Aktie nahe am Rekordhoch
Der Kurs spiegelt die insgesamt konstruktive Nachrichtenlage wider: Am Freitag schloss die Airbus-Aktie bei 215,75 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Monatssicht steht ein Anstieg von 11 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier 9,2 Prozent im Plus. Zum 52-Wochen-Hoch vom 13. Januar bei 221,25 Euro fehlen der Aktie derzeit noch 2,5 Prozent.
Die Kombination aus vollen Auftragsbüchern, einem laufenden Aktienrückkaufprogramm über 5 Milliarden Euro und dem technologischen Vorstoß bei effizienteren Tragflächen liefert Anlegern derzeit gleich mehrere Argumente – auch wenn die unterschiedlichen Analystenurteile zeigen, dass die aktuelle Bewertung nicht unumstritten ist.
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