Airbus Aktie: Zulieferer im Visier

Airbus feiert einen Großauftrag über 100 Flugzeuge, kämpft aber gleichzeitig mit Lieferengpässen bei Pratt & Whitney. Der Konflikt gefährdet die Auslieferungsziele und beeinflusst die Aktienentwicklung.

Die Kernpunkte:
  • Historischer Auftrag von AerCap über 100 Flugzeuge
  • Juristischer Konflikt mit Zulieferer Pratt & Whitney
  • Auslieferungsziele für 2026 sind gefährdet
  • Produktionshochlauf auf nach 2027 verschoben

Der europäische Flugzeugbauer feiert einen historischen Großauftrag über 100 Maschinen. Gleichzeitig braut sich hinter den Kulissen ein handfester juristischer Konflikt zusammen. Wegen anhaltender Triebwerksengpässe verschärft Airbus die Gangart gegenüber dem Zulieferer Pratt & Whitney massiv und kämpft an vorderster Front um die Sicherung der eigenen Auslieferungsziele.

Historischer Deal sichert die Zukunft

Am 18. März sicherte sich der Konzern eine feste Bestellung vom weltgrößten Leasinggeber AerCap. Die Auslieferungen der 23 A320neo und 77 A321neo sollen zwischen 2028 und 2034 erfolgen. Dieser Rekordauftrag unterstreicht das langfristige Vertrauen in den europäischen Hersteller. Das Signal kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt, da Airbus sich aktuell einem erstarkten Wettbewerb durch Boeing gegenübersieht, der zuletzt bei den jährlichen Neubestellungen wieder die Führung übernommen hatte.

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Juristisches Nachspiel wegen fehlender Triebwerke

Trotz der vollen Auftragsbücher wächst auf der Produktionsseite der Druck. Im Zentrum des Konflikts steht das PW1100G-Triebwerk von Pratt & Whitney. Wegen massiver Rückrufe und Reparaturen leitet der Zulieferer die knappen Aggregate vorrangig in die lukrative Wartung bestehender Flotten um, statt sie für die Endmontage neuer Flugzeuge bereitzustellen.

Airbus wirft dem Partner laut Insidern vor, Lieferzusagen nicht einzuhalten, und prüft nun rechtliche Schritte bis hin zu Schadensersatzforderungen. Brisant daran: Mit dieser harten Linie stellt sich der Flugzeugbauer teilweise gegen seine eigenen Airline-Kunden. So hatte beispielsweise der Lufthansa-Chef kürzlich betont, dass die Reparatur stillgelegter Maschinen absolute Priorität haben müsse.

Auslieferungsziele wackeln

Der Engpass hinterlässt bereits deutliche Spuren in der kurzfristigen Planung. Bislang hat Airbus erst 6,2 Prozent der für das laufende Jahr angepeilten 870 Auslieferungen absolviert. Um dieses Ziel noch zu erreichen, ist in den kommenden Monaten ein enormer operativer Kraftakt nötig. Die Unsicherheit spiegelt sich auch am Kapitalmarkt wider: Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 17 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell spürbar unter der 50-Tage-Linie. Entsprechend musste das Management den geplanten Produktionshochlauf auf 75 Maschinen pro Monat auf die Zeit nach 2027 verschieben.

Auf der anstehenden Hauptversammlung am 14. April in Amsterdam stimmen die Aktionäre zunächst über die vorgeschlagene Bruttodividende von 3,20 Euro je Aktie ab. Parallel dazu müssen Airbus und Boeing in den kommenden Monaten grundlegende Entscheidungen über die Triebwerksoptionen für die nächste Flugzeuggeneration treffen. Der aktuelle Streit mit Pratt & Whitney dürfte die Vergabe dieser jahrzehntelangen strategischen Partnerschaften maßgeblich beeinflussen.

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