Airbus Aktie: Zurück über 200 Euro
Airbus gibt verbindliche Prognose bis 2029 ab und kündigt milliardenschweren Aktienrückkauf an. Analysten reagieren verhalten optimistisch.

- Erstmals seit 2013 verbindliche Mittelfristziele
- Operatives Ergebnisziel von bis zu 13 Milliarden Euro
- Fünf-Milliarden-Euro Aktienrückkaufprogramm gestartet
- Lieferkettenprobleme bleiben größte Herausforderung
Seit 2013 hatte sich Airbus nicht mehr auf eine verbindliche Mittelfristprognose festgelegt. Am Dienstagabend hat der Flugzeugbauer diese Zurückhaltung aufgegeben — und die Börse reagierte prompt. Im nachbörslichen Handel auf Tradegate zog die Aktie um rund drei Prozent an und knackte am Mittwochmorgen die Marke von 200 Euro, ein Niveau, das zuletzt Anfang Juli erreicht wurde.
Der Auslöser: Airbus will das bereinigte operative Ergebnis bis 2029 auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigern. Für das laufende Jahr bleibt Konzernchef Guillaume Faury bei seinem Ziel von rund 7,5 Milliarden Euro, nach 7,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Verwaltungsrat genehmigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden Euro, das über drei Jahre laufen soll.
Analysten sehen mehr als nur Zahlen
Bei JP Morgan kommt der Ausblick gut an — die Bank sieht darin gleich mehrere Argumente für eine Kurserholung. Neben der Rückkehr zu einer verbindlichen Prognose liegt der Mittelwert des 2029er-EBIT-Ziels rund zwei Prozent über den bisherigen Schätzungen des Hauses. Jefferies bewertet die Finanzziele dagegen als weitgehend erwartungsgemäß, sieht in den zugrunde liegenden Annahmen aber Spielraum nach oben. Überraschend sei vor allem das Timing des Rückkaufs: kleiner als teilweise erwartet, aber früher gestartet.
Berenberg-Analyst George McWhirter hob sein Kursziel wegen des Rückkaufprogramms auf 205 Euro an — ein sinkender Aktienbestand treibt den Gewinn je Aktie nach oben. Die DZ Bank sieht in den Zielen attraktive Wachstumsraten und eine steigende Profitabilität abgebildet.
Produktion bleibt der Flaschenhals
Die Auftragsbücher im Passagierjet-Geschäft sind voll, doch die Lieferkette bremst weiterhin das Tempo. Bei der A320neo-Familie musste Airbus seine Produktionsziele bereits mehrfach nach hinten verschieben. Bis 2027 soll die Fertigung dieser Baureihe nun auf 70 bis 75 Maschinen pro Monat steigen, Sparte-Chef Lars Wagner soll den operativen Gewinn des Bereichs binnen drei Jahren auf rund zehn Milliarden Euro heben.
Beim kleineren A220 peilt Airbus für 2028 den Break-even bei einer Monatsproduktion von 13 Flugzeugen an. Parallel prüft der Konzern eine verlängerte Version des Langstreckenjets A350 — Finanzchef Thomas Toepfer betonte allerdings, eine Entscheidung dazu stehe noch aus.
Jefferies bringt es auf den Punkt: Entscheidend werde sein, ob sich die Lage in den Lieferketten schnell genug verbessert, damit die ambitionierten Produktionssteigerungen auch tatsächlich Realität werden. Die Halbjahreszahlen, die Airbus kommende Woche vorlegt, dürften erste Hinweise liefern, wie belastbar die neuen Ziele bereits unterlegt sind.
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